Aktion in Leverkusen: Mit „Pac-Man“ für freies Saatgut statt Konzernmacht

Rund 80 Demonstrant*innen protestierten am heutigen Mittwoch vor dem Hauptsitz der Bayer AG in Leverkusen gegen die geplante Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto. Mit Traktoren und einer überdimensionalen, pflanzenfressenden Pac-Man-Figur verdeutlichten Bauern wie Verbraucherinnen ihre Ablehnung der geplanten Mega-Fusion.

Beim Aktionstheater fraß das Hybrid aus Pac-Man und einer überdimensionalen Bayer-Tablette Brokkoli, Paprika, andere patentierte Pflanzen und auch das Brot in Not der Kampagne gegen Hybridweizen.

Jutta Sundermann von Aktion Agrar, Sarah Schneider von der entwicklungspolitischen Organisation Misereor und Bernd Schmitz, Bauer und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnten gleichermaßen vor der starken Marktmacht von Bayer-Monsanto und dem Schwund der Vielfalt auf den Äckern und Tellern weltweit:
Die Agrochemie- und Pharmariesen Bayer und Monsanto versuchen mit Patenten auf Saatgut und weiteren Übernahmen in der Agrarchemie-Branche die komplette Ernährungskette zu kontrollieren. Heute beherrschen drei Konzerne mehr als die Hälfte des globalen Saatgutmarkts. Wenn Bayer und Monsanto fusionieren, ist eine Marktkonzentration erreicht, die Wettbewerb nicht mehr zulässt. Für Bäuerinnen und Bauern bedeutet dies in der Regel höhere Preise und Einschränkung der Saatgutvielfalt. Bei Erzeuger*innen im globalen Süden sind die negativen Folgen der Geschäftspraktiken dieser Konzerne bereits heute deutlich spürbar. Das Geschäftsmodell von Bayer, Monsanto und Co. fürht dazu, dass sich Kleinbauern verschulden, ihr Land verlieren oder von Pestiziden krank werden.

Das breite gesellschaftliche Bündnis aus über 45 Organisationen, „Wir haben es satt“, fordert von der nächsten Bundesregierung eine Politik für Bauernhöfe. Sie muss Konzernmacht einen Riegel vorschieben und dafür sorgen, dass bäuerliche Betriebe überleben können. Um die bäuerliche Landwirtschaft, gesundes Essen und eine vielfältige Umwelt zu erhalten, brauchen wir direkte Kontakte zu regionalen Produzenten und eine Eindämmung der Marktmacht von großen Agrarchemie-Konzernen.

Der Protest gegen die Megafusion war der Auftakt der „Wir haben es satt!“-Aktionstour für die Agrar- und Ernährungswende, die vor der Bundestagswahl quer durch Deutschland führt. Die nächste Station findet in Thüringen statt, wo es am 8.9. eine aufsehenerregende Aktion zu dem hierzulande bislang wenig beachteten Thema Landraub gibt. Am Samstag, den 9.9. findet zum Abschluss die große Demonstration zum Wiesenhof-Megaschlachthof in Königs Wusterhausen (bei Berlin) statt. Mehr dazu auf: www.wir-haben-es-satt.de/start/aktionstour/

Fotos der Aktion sind wie immer auf unserer Flickr-Seite zu finden

Einen kurzen Bericht im WDR über die Protestaktion gibt es hier…

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell: Megafusionen stoppen – Konzernmacht begrenzen!

 

 

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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