Aktion in Schwerin – Leere Stiefel stehen für leere Höfe

Die frühen Sonnenstrahlen vor dem Agrarministerium in Schwerin erhellten heute morgen hunderte leere Gummistiefel – symbolisch für die tausenden Betriebe, sie seit Beginn der Milchkrise im Frühjahr 2015 ihre Toren schließen mussten. Wir waren gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft vor Ort, um bereits eine Woche vor der Agrarministerkonferenz deutlich zu machen: die deutsche Agrarpolitik muss sich verändern, sonst werden im laufenden Jahr 2016 noch mehr Betriebe aufgeben.

In der darauf folgenden Pressekonferenz würde erläutert: Mit jedem Liter Milch machen die Milchbetriebe zur Zeit Verlust. Ursache der Tiefstpreise sind Überschüsse. Die Exportträume von Politik, Molkereien und Bauernverband sind geplatzt. Auch in der Krise wird nicht weniger Milch erzeugt, sondern noch mehr, weil viele Betriebe jeweils für sich den Einkommensrückgang über mehr Menge auszugleichen versuchten.
Die Folgen von Dumpingexporten sind weltweit dramatisch für Bäuerinnen und Bauern und für die ländliche Entwicklung. Deshalb fordern wir den Abschied von der Export-Illusion: Wir brauchen eine bedarfsgerechte Milchproduktion statt Billigpulver für den Weltmarkt. Milchpulver wird als anonymes Massenprodukt auf die Märkte anderer Länder gepumpt und zerstört auch dort die bäuerliche Landwirtschaft. Die Bundesregierung muss sich auf der EU-Ebene für einen Kurswechsel weg von der Exportorientierung einsetzen. Weder der Export noch die Produktion von Milchpulver darf durch Subventionen gestützt werden.

Unterzeichne jetzt unseren Appell „Kühe und Bauern nicht verpulvern!“

Fotos der Aktion findest Du auf flickr


Bild: Aktion Agrar /cc

Author Details

Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

Schreibe mir:

Theme Settings