Gegen Konzentration am Saatgutmarkt: Offener Brief an EU Kommission

Fast 200 Organisationen fordern die Europäische Kommission heute in einem offenen Brief auf, die Fusionspläne von Bayer und Monsanto, Dow Chemical und DuPont sowie Syngenta und ChemChina zu stoppen. Die angekündigten Zusammenschlüsse der sechs Agrarkonzerne würden zu einer inakzeptablen Oligopolstellung führen, in der nur drei Konzerne rund 70% des weltweiten Pestizidmarktes und mehr als 60% des kommerziellen Saatguts kontrollieren.

Die bäuerlichen, entwicklungspolitischen, kirchlichen, Lebensmittelhandwerks- und Umweltorganisationen kritisieren, dass sich durch die drei entstehenden Megakonzerne die von der industriellen Landwirtschaft verursachten Probleme weiter verschärfen würden. Mit den anstehenden Megafusionen wird der Einfluss der großen Agrarkonzerne auf die Landwirtschaft und deren politische Gestaltung noch weiter ausgebaut. Patente beeinträchtigen die Vielfalt beim Saatgut und gefährden damit die Ernährungssicherheit insbesondere für Millionen von Kleinbäuerinnen und -bauern im Globalen Süden.

Statt das Agribusiness weiter zu stärken, ist es dringend notwendig staatliche Unterstützungen hin zu einer bäuerlichen, nachhaltigen und agrarökologischen Landwirtschaft zu verlagern, um ökologische und sozial gerechte Ernährungssysteme zu fördern, die von den großen Konzernen unabhängig sind. Nicht die industrielle, sondern die kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt die Welt.

Desweiteren muss das Wettbewerbsrecht reformiert werden. Bei der Fusionskontrolle darf nicht allein auf ökonomische Folgen der Übernahmen geachtet werden. Es geht auch um demokratische Fragen und ökologische und soziale Auswirkungen. Es braucht klare Grenzen für Marktanteile, die einzelne Konzerne haben dürfen, und Möglichkeiten, zu große Unternehmen zu entflechten.


Mehr lesen:

Offener Brief an die EU Kommission (PDF)
Die Pressemitteilung in vollem Wortlaut (PDF)


Bild: Aktion Agrar (cc)

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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