Brotberg vor REWE-Zentrale

Gerne schreibt der zweitgrößte Lebensmittelhändler Deutschlands, die REWE-Gruppe, Nachhaltigkeit auf ihre Internetseiten. Doch daran zu glauben fällt schwer.
Am Montag, den 20. Juli schütteten Aktivist*innen der Kampagne Leere Tonne körbe- und säckeweise Brote, Brötchen und Kuchen vor dem Sitz der REWE GmbH in Köln auf den Boden. Sie protestieren gegen Verträge und Kontrollgänge der Supermarktkette, mit denen REWE Bäcker in ihrem Vorkassenbereich zwingt, bis zum Ladenschluss die Verkaufsregale immer wieder voll zu machen.
Tausende Kilos wertvoller Backwaren landen dadurch zusätzlich im Müll, kritisieren die Aktiven. Bei Edeka sieht es leider nicht besser aus. Wer aufmerksam kurz vor Ladenschluss Bäckereien in Supermärkten besucht, kann fast immer sehen, wie viel dort noch liegt und zum Wegwerfen verurteilt ist.
Für die Kampagnengruppe sind das gute Gründe, noch stärker für den Wegwerfstopp einzutreten. Denn freiwillig ändern die Märkte nicht ihre Regeln, immer ist der Blick auf die Konkurrenz da und der Kampf um die Kundschaft.

In Köln sind die Foodsharing-Aktiven intensiv mit Backwaren befasst. Inzwischen verteilen sie monatlich 20.000 Kilo leckerer Brote und Brötchen an mehreren Verteilstellen an begeisterte Esser*innen. Nach ihren Schätzungen sind das jedoch noch weniger als 1 Prozent der Menge, die in der Domstadt monatlich weggeworfen wird.
Die Kampagne leere Tonne freut sich indes über wachsendes Interesse: Schon über 11.000 Menschen haben unterzeichnet, viele Gruppen weisen auf die Aktion hin und von der Aktion berichteten mehrere Fernsehsender, Radio und Tageszeitungen.

Author Details

Jutta Sundermann
Jutta Sundermann

Wollte Aktion Agrar eigentlich „KuhRage“ nennen und wohnt in einem blauen Bauwagen auf dem Lande.

Schreibe mir:

Theme Settings