„Erlebnisbauernhof“ – Agrarindustrie inszeniert Bäuerlichkeit

Auf dem Bonner Münsterplatz eröffnet heute für 3 Tage der Erlebnisbauernhof, der Besucher*innen „auf ca. 2.500 Quadratmetern authentische Einblicke in die moderne Landwirtschaft und ein spannendes, vielfältiges Erlebnisangebot rund um Tierhaltung, Pflanzenproduktion, Nachhaltigkeit und Verbraucherthemen“ gewähren soll. So zumindest heißt es das auf der Webseite der Veranstalter. Unter ihnen auch das Forum Moderne Landwirtschaft, eine Initiative des deutschen Bauernverbandes, in dessen Aufsichtsrat sich die Großkonzerne nur so tümmeln: Bayer CropScience, BASF und Syngenta. Der Slogan des Forums „unser aller Wissen“ wirkt im Hinblick dessen regelrecht zynisch. Es sind genau diese Konzerne, die Saatgut manipulieren und patentieren oder über von ihnen mit vorangebrachte Gesetze Bauern daran hindern, aus der eigenen Ernte Saatgut zu gewinnen.

Unter authentischer Landwirtschaft verstehen Bäuer*innen, Umweltschützer, Regionalvermarkter und auch Aktion Agrar etwas anderes. Der Erlebnisbauernhof ist eine Imagekampagne der Agrarindustrie, mit der sie für ihre Vorstellung von der Erzeugung von Nahrungsmitteln wirbt. Mit den Realitäten in der Intensivlandwirtschaft, für die insbesondere der Mitorganisator Forum Moderne Landwirtschaft steht, haben die dortigen Präsentationen nur wenig gemein. Mit schönen Bildern und kuschelig anmutenden Tieren wird Menschen, die ansonsten wenig Berührung zur Landwirtschaft haben, ein positives Bild der Tier- und Pflanzenproduktion vorgegaukelt und dabei die ‚hässlichen Seiten’ einer zunehmend industriellen Landwirtschaft und Tierhaltung ausgeblendet. Die unterstützenden Industrieunternehmen stehen für eine Ressourcen verschwendende Landwirtschaft, für Dumpingpreise und für eine Tierhaltung, dessen wahres Gesicht auf dem Bonner Münsterplatz niemals gezeigt wird, da sich die Verbraucher abwenden würden.

Umso wichtiger ist es Alternativen hierzu zu denken und gemeinsam mit Verbrauchern, Erzeugern, HändlerN, Verarbeitern und Gastronomen eine neue Lösung zu suchen -regional, ökologisch und fair.

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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