EU erlaubt Fusion von Dow und DuPont

Am Montag, den 27. März, hat die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einer Pressekonferenz ihre Genehmigung der Fusion der Agrarkonzerne Dow Chemical und Du Pont bekannt gegeben. Der Deal über 130 Mrd US-Dollar ist Teil einer Fusionswelle, zu der auch die Übernahme des Gentechnikkonzerns Monsanto durch Bayer gehört. Wir sind seit letztem Sommer mit der Kampagne „Kampf den Giganten“ dagegen aktiv. Die Firmenübernahmen führen zu noch größerer Konzentration auf dem Saatgut- und Pestizidmarkt – wenn die Wettbewerbsbehörden und Kartellämter der betroffenen Länder dies nicht noch verhindern.

Dass die EU über den Megadeal jetzt entscheidet, ist ein schlechtes Zeichen. Mit 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa hatte Aktion Agrar in einem offenen Brief an die EU-Kommission gefordert, die möglichen Effekte aller drei Fusionen zusammen zu bewerten. Nun wird erwartet, dass die EU in den kommenden zwei Wochen ihre Entscheidung zur Fusion von ChemChina und Syngenta verkündet. Für das zweite Quartal erwarten wir, dass Bayer seine geplante Übernahme von Monsanto offiziell bei der EU zur Prüfung einreicht. Der Konzern hat den Termin der Anmeldung immer weiter nach hinten verschoben. Neben der EU müssen Wettbewerbsbehörden rund 30 betroffener Länder die Fusionen prüfen.

Soll das Saatgut – die Grundlage menschlicher Ernährung – in den Hände weniger profitorientierter Unternehmen ruhen? Die EU-Wettbewerbskommissarin sagte gestern im Fall Dow-Dupont dazu: ja, aber. Das „aber“ sind die Auflagen an Dow-DuPont, den Großteil des globalen Pestizidgeschäfts inklusive der Forschungs- und Entwicklungsabteilung abzuspalten. Dow-DuPont plant sich sowieso in drei Unternehmen zu spalten, von denen eines die Agrarsparte übernehmen wird.

Wir von Aktion Agrar fordern weiterhin dazu auf, unseren Appell an EU-Wettbewerbskommissarin Vestager für einen Stopp der Fusion von Bayer und Monsanto zu unterzeichnen. Wir werden ihn an die EU-Kommissarin übergeben. Mehr als die Entscheidung über diese oder jene Fusion brauchen wir jetzt eine Debatte über eine Verschärfung des Wettbewerbsrechts. Fast nie werden Megafusionen von den Kontrollbehörden verboten, zu lasch sind die Auflagen für fusionierende Unternehmen. Und ist erst ein gefährliches Oligopol entstanden, fehlen die Möglichkeiten, die Megakonzerne wieder zu zerkleinern. Im Bündnis mit anderen Organisationen werden wir in den kommenden Monaten für dieses wichtige Thema streiten.

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