Milchkrise: EU lenkt – ein bisschen – ein

Ein längst überfälliger Schritt: beim Treffen der EU Agrarminister am Montag wurden endlich die Weichen für eine Milchmengenreduzierung gestellt. Ein zweites Hilfspaket in Höhe von 500 Mio. Euro wird für die Landwirtschaft geschnürt, davon gehen allerdings nur 150 Mio. Euro gezielt in die Verringerung der überschüssigen Milchmenge.

Wirklich kritische Töne zur Weltmarktorientierung blieben jedoch aus bei dem großen Notfallgipfel.

Auch zu dem geplanten Paket zur Mengenreduzierung gibt es Kritik. „Mit den bisher vorgesehenen 150 Millionen Euro könnten nur 0,7% der EU-Milchmenge abgebaut werden – der Effekt einer wirklich ausreichenden Mengenreduzierung zur Erreichung kostendeckender Milch-Erzeugerpreise erfordere stattdessen mindestens das Fünffache.“ kommentierte stellvertretender AbL-Vorsitzender Ottmar Ilchmann. Landwirte können ab September Anträge zur Teilnahme an dem EU-Programm stellen, welches noch bis Ende das Jahres laufen soll. Sie bekommen nach Bewilligung für jedes ungemolkene Kilogramm Milch 14 Cent ausgezahlt.

Die restlichen Gelder des Hilfspaketes werden an die EU-Mitglieder direkt ausgezahlt. Deutschland wird voraussichtlich 58 Mio. Euro erhalten, den größten Anteil aus dem EU-Paket. Diese Summe will Agrarminister Schmidt mit Bundesmitteln noch einmal verdoppeln. Inwiefern diese Gelder an eine Mengendisziplin geknüpft sind, bleibt vorerst unklar.
Aktion Agrar kämpft mit der Kampagne „Kühe und Bauern nicht verpulvern“ seit Januar für eine Reduzierung der Milchmenge, um hier und weltweit Bäuer/innen Perspektiven zu eröffnen. Das muss einher gehen mit einer Abkehr von der Export-Fixierung sowie einer Stärkung regionaler Märkte und echten Tierschutzes. Weidehaltung beispielsweise nützt Tieren und Klima und ermöglicht echte Qualitätsproduktion.

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Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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