Fusion von Dow und DuPont abgeschlossen

Die erste der drei Megafusionen im Agrar- und Chemiebereich ist abgeschlossen: Für 130 Milliarden Dollar verleibt sich Dow den Konkurrenten ein und wird zu Dowdupont. Es ist die größte Fusion der Chemiebranche aller Zeiten. Dowdupont soll eine Dachgesellschaft (Holding) sein, die drei börsennotierte Unternehmen umfasst: die Sparten „Agriculture“, „Materials Science“ und „Specialty Products“. Dow steuert das Know-How zu Pestiziden und Agrarchemie bei, DuPont hatte bisher größere Umsätze beim Verkauf von (gentechnisch verändertem) Saatgut, vorwiegend Mais- und Sojasorten.

Die EU-Wettbewerbskommissarin Vestager hatte die Fusion nur unter Auflagen genehmigt, darunter der Verkauf eines Großteils von Dowduponts Pestizidsparte, da hier der Markt von zu wenigen Großkonzernen beherrscht würde. Marktbeobachter rechnen damit, dass BASF die Pestizidsparte aufkaufen könnte. Dadurch wäre der Markt allerdings weiterhin von den wenigen Großen beherrscht.

Was passiert, wenn Großkonzerne das Saatgut als Grundlage unserer Ernährung kontrollieren, zeigt dieses Beispiel aus Malawi. Dort schrieb offensichtlich ein ehemaliger Monsanto-Angestellter direkt an einem neuen Saatgutgesetz mit (Timothy A. Wise, Foodtank). Mit dem Ergebnis, dass den Bauern verboten werden soll, ihr selbst gewonnenes Saatgut auf lokalen Märkten zu verkaufen. Das soll zukünftig nur noch Unternehmen (wie Monsanto) erlaubt sein, die von der Regierung zertifiziertes Saatgut anbieten. Da rund 80 Prozent des Saatguts in Malawi von Bauern nachgebaut und gehandelt wird, ist das ein Angriff auf die Ernährungssouveränität. Es nimmt den finanziellen Ruin vieler Bauern ebenso in Kauf wie deren Abhängigkeit von einem Konzern, der auf Gentechnik und Pestizide setzt.

Ein so wichtiges Gut wie das Saatgut darf nicht von einer handvoll globeler Konzerne kontrolliert werden. Es gehört in die Hand der Bäuerinnen und Bauern und der lokalen Züchter. Damit unsere Landwirtschaft vielfältige und lokal angepasste Sorten hervorbringt, die ohne großen Pestizideinsatz auskommen. Damit die Böden, die Insekten und Bienen vor Ackergiften geschützt werden. Und damit die Landwirte unter einer Auswahl preiswerter Sorten frei wählen können.

Schließt euch unserer Kampagne gegen die Fusion von Bayer und Monsanto an. Hier läuft die EU-Wettbewerbskontrolle noch bis Anfang Januar 2018. Zeit etwas zu ändern: Macht mit bei unserer Unterschriftensammlung und beteiligt euch an Aktionen im ganzen Land.

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Astrid Goltz
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