Heute offiziell: Bayer schluckt Monsanto

Heute kommt der Fusionsprozess der beiden Pestizid- und Saatgut-Giganten Bayer und Monsanto zum Abschluss. Damit werden die Konzerne gestärkt und die Ernährungssouveränität gefährdet. Wir fordern im Bündnis “Konzernmacht begrenzen” mit über 25 anderen Organisationen: Es braucht eine Verschärfung der europäischen Fusionskontrolle!

Jetzt führt für den Bauern oder die Bäuerin in Detuschland, aber auch weltweit, kaum noch ein Weg vorbei an Bayer. Oder an den großen Landmaschinenkonzernen, die ihrerseits versuchen, alles vom Betriebssystem bis hin zum Know-how über Saatgut und Pestizide zu kontrollieren. Für Bäuerinnen und Bauern ist die Unabhängigkeit von Anbietern, die Verfügung über die Daten sowie eine breite Sortenauswahl entscheidend. Es ist das ausdrückliche Ziel von Bayer-Monsanto, in Zukunft so genannte integrierte Lösungen einzuführen, sprich Kombipakete von Saatgut und Pestiziden. Eine digitale Vermessung der Äcker mittels Drohnen zeigt dann an, wie viel davon angewendet werden soll. Die Konzentration im Agrarsektor ist schon seit Jahren dramatisch und gefährdet zunehmend die Ernährungssouveränität weltweit. Bayer und andere Konzerne sind beinahe nonstop auf Einkaufstour. Immer bedrohlicher werden dabei auch Konzernübernahmen entlang der Wertschöpfungskette. Dann gehören mehrere Stufen der Produktion zu einem Unternehmen und die Abhängigkeit der Bauern nimmt massiv zu.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), dem Forum Umwelt und Entwicklung und Goliathwatch fordern wir die Bundesregierung auf, in Brüssel für eine Verschärfung der europäischen Fusionskontrolle einzutreten und vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Fusionsentscheidung zu klagen. Bei der Fusionsprüfung müssen soziale, ökologische und menschenrechtliche Auswirkungen geprüft und vorrangig vor Profitinteressen bewertet werden. Wenn negative Folgen zu erwarten sind, darf die Fusion nicht genehmigt werden.

Wir dürfen nicht den Fehler machen, systemrelevante Großkonzerne über unser Essen bestimmen zu lassen. Es steht zu viel auf dem Spiel, hier bei uns, aber insbesondere auch für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit.

Ende Juni werden wir die über 15.000 gesammelten Unterschriften für eine schärfere Fusionskontrolle an einen Vertreter aus dem Wirtschaftsministerium übergeben. Wir haben endlich einen Termin bekommen und basteln gerade an einer wirksamen Darstellung der vielen Stimmen gegen Konzernmacht, die wir in den vergangenen Monaten gesammelt haben. Jetzt erst Recht: unterstützt unsere Initiative gegen Konzernmacht!

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Astrid Goltz
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