5. Dezember 2017 Kommentare sind deaktiviert Karen Schewina
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Weihnachten ohne Amazon: Einkaufsstreik als alternative Marktforschung?

Zehn Weihnachtsmänner demonstrieren mit Schlitten und Geschenken vor dem Logistikzentrum Amazon FRA 1 in Bad Hersfeld: Aktion Agrar ruft Menschen dazu auf, beim eigenen Weihnachtseinkauf auf Amazon zu verzichten und sich mit Alternativen auseinander zu setzen. Darüber hinaus muss die Politik dem Online-Riesen Grenzen setzen.

„Amazons Weihnachtsgeschäft kommt uns alle teuer zu stehen“, sagt Jutta Sundermann von Aktion Agrar, „Amazon wertet enorme Datenmengen über seine Kund*innen aus und schlägt daraus Profit. Die Beschäftigen in den Logistikzentren werden unglaublich gehetzt und bekommen keine fairen Tarifverträge. Die EU-Kommission schätzt, dass Amazon in Europa allein 2017 wieder 250 Millionen Euro Steuern zu wenig zahlt. Und jetzt hat der Konzern unser Essen ins Visier genommen. Wir liefern ihm kostenlos eine alternative Markforschung: Der Onlineriese ist in unseren Kühlschränken nicht willkommen und soll Amazon fresh einstellen, bevor es weiteren Schaden anrichtet!“

Aktion Agrar warnt aufgrund des neuen Lebensmittel-Lieferdienstes Amazon fresh vor einer Gefährdung der bäuerlichen Landwirtschaft. Bisher gibt es diesen Lieferdienst zwar erst in Berlin, Hamburg und München. Aber dort ist jetzt schon ein starker Anstieg der Lebensmittelverschwendung zu verzeichnen.Vor allem auf kleinere Lebensmittelhändler und auf die Bauernhöfe selbst wird der Druck zunehmen, doch auch die mit Amazon kooperierenden Firmen werden langfristig gesehen unter der Marktmacht des Konzerns leiden, der viele Regeln des Online-Marktes diktieren kann, wenn sich sein Geltungsbereich weiter ausdehnt. .
An der Aktion „Weihnachten ohne Amazon“ beteiligen sich bereits mehrere Hundert Menschen, die erklären, in diesem Jahr auf alternativen Wegen ihre Geschenke zu besorgen.

17. November 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Protestaktion mit Booten am „Frischezentrum“ Amazons

Am heutigen Freitag spannten Aktive von Aktion Agrar ein großes Banner an der Kaimauer des Borsighafes in Berlin-Reinickendorf auf, hinter der Amazon das erste Logistikzentrum für seinen Lebensmittellieferdienst Amazon fresh unterhält. Mit zwei Schlauchbooten und einem weiterem Banner am Ufer setzten wir ein Zeichen, dass Amazon in unseren Kühlschränken nichts verloren hat und kein guter Partner für Bäuerinnen und Bauern ist. Vor einem halben Jahr war Amazon auch in Deutschland ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln eingestiegen. Bisher beschränkt sich das Angebot auf Berlin, Potsdam, Hamburg und München.

Wie bereits bekannt, ist der Konzern eine Datenkrake, verletzt massiv die Rechte seiner Mitarbeiter*innen und spart mit Steuertricks Milliarden. So verschafft er sich unfaire Vorteile und ruiniert Wettbewerber und vermeintliche Partner. Mit billigeren Produkten und mit Hilfe von Algorithmen zur Preisbildung hat der Konzern viele Verkäufer auf seiner eigenen Plattform in die Knie gezwungen. Der Konzern entfaltet seine Macht sowohl als Händler als auch als Betreiber der wichtigsten Onlinemarktplätze.

Wir werden nicht still zusehen, bis Amazon diese wertvollen Alternativen an die Wand drängt.
Hinzu kommt, das das Konzept die Lebensmittelverschwendung anheizt. Essensretter aus Berlin, die bei Supermärkten nicht verkaufte Ware abholen und weitergeben, hatten Aktion Agrar berichtet, dass bei Basic seit dem Einstieg in das Amazon fresh-Konzept massiv mehr Lebensmittel weggeworfen werden.

Deshalb sammelt die Kampagne „Essen ohne Amazon“ persönliche Erklärungen von Menschen, die keine Lebensmittel über Amazon beziehen wollen und fordert auch von der neuen Bundesregierung, die Konzernmacht im Lebensmitteleinzelhandel und die der größten Internet-Konzerne einzuschränken, regionale Direktvermarktung weiterzuentwickelt und zu fördern.

6. September 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Aktion in Leverkusen: Mit „Pac-Man“ für freies Saatgut statt Konzernmacht

Rund 80 Demonstrant*innen protestierten am heutigen Mittwoch vor dem Hauptsitz der Bayer AG in Leverkusen gegen die geplante Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto. Mit Traktoren und einer überdimensionalen, pflanzenfressenden Pac-Man-Figur verdeutlichten Bäuerinnen und Bauern wie Verbraucher*innen ihre Ablehnung der geplanten Mega-Fusion.

Beim Aktionstheater fraß das Hybrid aus Pac-Man und einer überdimensionalen Bayer-Tablette Brokkoli, Paprika, andere patentierte Pflanzen und auch das Brot in Not der Kampagne gegen Hybridweizen.

Jutta Sundermann von Aktion Agrar, Sarah Schneider von der entwicklungspolitischen Organisation Misereor und Bernd Schmitz, Bauer und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnten gleichermaßen vor der starken Marktmacht von Bayer-Monsanto und dem Schwund der Vielfalt auf den Äckern und Tellern weltweit:
Die Agrochemie- und Pharmariesen Bayer und Monsanto versuchen mit Patenten auf Saatgut und weiteren Übernahmen in der Agrarchemie-Branche die komplette Ernährungskette zu kontrollieren. Heute beherrschen drei Konzerne mehr als die Hälfte des globalen Saatgutmarkts. Wenn Bayer und Monsanto fusionieren, ist eine Marktkonzentration erreicht, die Wettbewerb nicht mehr zulässt. Für Bäuerinnen und Bauern bedeutet dies in der Regel höhere Preise und Einschränkung der Saatgutvielfalt. Bei Erzeuger*innen im globalen Süden sind die negativen Folgen der Geschäftspraktiken dieser Konzerne bereits heute deutlich spürbar. Das Geschäftsmodell von Bayer, Monsanto und Co. fürht dazu, dass sich Kleinbäuerinnen und -bauern verschulden, ihr Land verlieren oder von Pestiziden krank werden.

Das breite gesellschaftliche Bündnis aus über 45 Organisationen, „Wir haben es satt“, fordert von der nächsten Bundesregierung eine Politik für Bauernhöfe. Sie muss Konzernmacht einen Riegel vorschieben und dafür sorgen, dass bäuerliche Betriebe überleben können. Um die bäuerliche Landwirtschaft, gesundes Essen und eine vielfältige Umwelt zu erhalten, brauchen wir direkte Kontakte zu regionalen Produzenten und eine Eindämmung der Marktmacht von großen Agrarchemie-Konzernen.

Der Protest gegen die Megafusion war der Auftakt der „Wir haben es satt!“-Aktionstour für die Agrar- und Ernährungswende, die vor der Bundestagswahl quer durch Deutschland führt. Die nächste Station findet in Thüringen statt, wo es am 8.9. eine aufsehenerregende Aktion zu dem hierzulande bislang wenig beachteten Thema Landraub gibt. Am Samstag, den 9.9. findet zum Abschluss die große Demonstration zum Wiesenhof-Megaschlachthof in Königs Wusterhausen (bei Berlin) statt. Mehr dazu auf: www.wir-haben-es-satt.de/start/aktionstour/

Fotos der Aktion sind wie immer auf unserer Flickr-Seite zu finden

Einen kurzen Bericht im WDR über die Protestaktion gibt es hier…

Unterzeichne jetzt unseren Appell: Megafusionen stoppen – Konzernmacht begrenzen!

 

 

16. August 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Aktionstour zur Bundestagswahl 6.- 9. Sept.

Wir haben Konzernmacht, Landraub und Tierfabriken satt!

Die Agrarpolitik der Bundesregierung hat fatale Auswirkungen: In deutschen Tierfabriken werden pro Jahr mehr als eine halbe Milliarde Hähnchen geschlachtet, die in Betrieben mit 50.000 oder mehr Tieren großgezogen werden. Hierzulande verfügen drei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe über die Hälfte der Agrarflächen und Saatgut- und Pestizidkonzerne wie Bayer und Monsanto wollen immer mehr Kontrolle über unsere Äcker und Teller.

Die aktuelle Bundesregierung und Agrarminister Schmidt ignorieren den gesellschaftlichen Trend: Immer mehr Menschen wollen wirklichen Tierschutz, bäuerliche Betriebe, ökologischen Landbau, globale Solidarität und ein klares Nein zu Gentechnik und Patenten auf Leben. Dafür demonstrieren wir jedes Jahr im Januar mit Zehntausenden bei der Wir haben es satt!-Demonstration in Berlin. Kurz vor der Bundestagswahl legen wir an drei agrarpolitischen Brennpunkten den Finger in die Wunden der Agrarindustrie. Mit unserer Aktionstour zur Bundestagswahl machen wir deutlich, dass die nächste Regierung eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswende offensiv angehen muss!

BRENNPUNKT KONZERNMACHT

Mittwoch, 6. September 2017, 11 Uhr
„Bayer & Monsanto: Finger weg von unserem Essen!“ – Aktion für Saatgutvielfalt
Ort: Bayer-Zentrale, Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51368 Leverkusen

BRENNPUNKT LANDRAUB

Donnerstag, 7. September 2017, ab 9.30 Uhr
Workshoptag „Gute Landwirtschaft – praktisch und politisch“
Ort: LebensGut Cobstädt, Schulplatz 8, 99869 Drei Gleichen

Donnerstag, 7. September 2017, 19 Uhr
“Kein Land mehr in Sicht?“ – Diskussionsveranstaltung zum Thema Landkonzentration
Ort: Gemeindesaal Großrettbach, Neudietendorfer Straße 27, 99869 Drei Gleichen

Freitag, 8. September 2017, 9 Uhr
Festliche Einweihung der „Allee gegen Landraub“
Ort: LebensGut Cobstädt, Schulplatz 8, 99869 Drei Gleichen

BRENNPUNKT TIERFABRIKEN

Freitag, 8. September 2017, 19.30 Uhr
Podiumsdiskussion: „ 240.000 Schlachtungen pro Tag bei Wiesenhof – muss das sein?“
Ort wird noch bekannt gegeben

Samstag, 9. September 2017, 13 Uhr
»Wir haben Tierfabriken satt!«-Demonstration zum Wiesenhof-Schlachthof (Facebook-Veranstaltung)
Ort: Bahnhof Königs Wusterhausen bei Berlin
Ab 15 Uhr: Abschlusskundgebung am Wiesenhof-Schlachthof in Niederlehme
Im Anschluss: „Tanzen, essen, baden – Fest für die Agrarwende“

Komm mit auf Aktionstour quer durch Deutschland!

Vom 6. bis 9. September 2017 fahren wir mit unserem Aktionsbus von den Bayer-Werkstoren am Rhein über die Felder Thüringens zum Wiesenhof-Megaschlachthof in Königs Wusterhausen! Neben öffentlichkeitswirksamen Aktionen und informativen Veranstaltungen gibt es bei der Wir haben es satt!-Aktionstour ein spannendes Programm, bei dem du dich selbst einbringen und andere Aktive kennenlernen kannst. Wir unterstützen dabei Bürgerinitiativen und Organisationen, die vor Ort der Agrarindustrie die Stirn bieten.

Die Mitfahrt im Bus ist kostenlos (Wir haben es satt freut sich aber natürlich über Spenden) und ein Zustieg prinzipiell jederzeit möglich.

Zustiegsmöglichkeiten:

  • Dienstag, 5. September (nachmittags): Berlin
  • Mittwoch, 6. September (mittags): Leverkusen
  • Freitag, 8. September (mittags): Drei Gleichen (bei Erfurt)

Genaue Uhrzeiten und Treffpunkte werden per Mail bekannt gegeben. Unterkunft und Verpflegung durch die Fläming Kitchen (vegan/vegetarisch) sind inklusive. Bitte bringt Schlafsäcke und Isomatten mit!

Hast du Lust dabei zu sein? Super, dann melde dich bis zum 25. August per Mail an: info(at)wir-haben-es-satt.de

7. Juli 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Protest gegen G20 #toobigtofeed

Aktivistinnen von Aktion Agrar waren diese Woche zusammen mit dem Konzern-Dino auf dem Alternativ-Gipfel der G20 Proteste in Hamburg unterwegs, um die anstehenden Megafusionen der Agrarkonzerne zum Thema zu machen. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer*innen, welche Auswirkungen die Marktkonzentrationen auf Bäuerinnen, Bauern und Verbraucher*innen haben und wie Fusionskontrolle verschärft und Konzernmacht zurückgedrängt werden kann.

Um die Debatte zu entfachen wurden die Besucher*innen mit einer Einstiegsfrage konfrontiert: Wann ist ein Konzern zu groß? Gemeinsam mit dem Konzern-Dino konnten sie ein Video-Statement abgeben, oder ihre Botschaft auch schriftlich kundtun. Hier ist eine Sammlung der Botschaften zu sehen…

Die Stimmung auf dem Gipfel machte Mut trotz Ausnahmezustand in Hamburg. Gemeinsam können wir es schaffen, genug Druck aus der Zivilgesellschaft aufzubauen um die Politik zum Handeln bringen. Und handeln muss sie, damit nicht übermorgen die nächste Fusionswelle über uns hereinbricht.

Wann ist ein Konzern #toobigtofeed? Mach mit und lade dein Statement hoch!

Und so gehts:

  • Filme dein Statement „Ein Konzern ist #toobigtofeed, wenn…“ mit der (Handy-)Kamera.
  • Sende die Videodatei (am besten als mp4-Datei) an uns: dazu gibts drei Möglichkeiten:
    1. Sende das Video direkt per Facebook Messenger.
    2. Lade das Video auf deinem Facebook- oder Youtube-Account mit dem Hashtag #toobigtofeed hoch – wir suchen nach dem Hachtag und veröffentlichen die Videos auch bei uns.
    3. Sende die Datei über Wetransfer an info@aktion-agrar.de
  • Wenn du Statements von deinen Freunden und Bekannten oder von Leuten in der Fußgängerzone einholen möchtest: Schreibe eine Mail an info@aktion-agrar.de und wir senden dir ein kleines Aktionspaket mit Flyern, Unterschriften-Listen und Daumenkinos – jede*r Mitmachende soll als Geschenk ein Daumenkino mit dem Konzerndino erhalten. Gib uns für den Versand deine Adresse durch. Wenn du fürs Mitmachen ein Daumenkino und unsere Broschüre zur Fusion von Bayer und Monsanto haben möchtest, schicken wir dir dies auch gerne zu.

Im Herbst werden die Statements in einer großen Aktion vor dem Wirtschaftsministerium projeziert. Auf dem Gipfel für Solidarität haben schon einige Menschen ihre Statement abegegeben. Hier sind sie zu hören…

3. Juli 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Aktion in Brüssel: EU genehmigt zu viele Konzernfusionen

Vor dem Dienstsitz der Europäischen Kommission in Brüssel demonstrierten am Montag, den 3. Juli Aktivist*innen von Aktion Agrar gegen die Megafusionen der Agrarkonzerne. Sie warnten vor massiven Folgen für Bäuerinnen und Bauern und für Verbraucher*innen weltweit und forderten von der Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, der nun angemeldeten Fusion von Bayer und Monsanto nicht zuzustimmen. Die EU-Mitgliedsländer riefen sie auf, ihre Möglichkeiten zum Stopp der Übernahme zu nutzen.

Diese Agrarchemie- und Saatgutkonzerne verfügen über eine erschreckende Marktmacht. Sie kontrollieren nicht irgendein Luxusgut, sondern den Zugang zu Saatgut selbst. Das ist die Grundlage unserer Ernährung. Dabei nehmen sie Einfluss auf Regierungen und Genehmigungsverfahren. Sie fördern weltweit eine einseitig auf Monokulturen, auf Gentechnik und hohen Kapitaleinsatz orientierte Landwirtschaft. Das raubt Millionen von Menschen den Zugang zu Saatgut. Diese Konzerne sind „too big to feed.“

Schon im März hatten 200 NGO einen offenen Brief an Frau Vestager unterzeichnet und mit einer Aktion „Marriage in hell“ in Brüssel übergeben.

Am heutigen Montag hatte die deutsche Kampagne „Konzermacht begrenzen“ einen aufblasbaren Dinosaurier mitgebracht und ein Kassenband, auf dem als Waren zahlreiche Pakete mit Firmenlogos lagen. Der Dinosaurier trug all die Firmen zusammen, die Bayer und Monsanto sich in den letzten Jahren einverleibt hatten. Die teilweise auch milliardenschweren Übernahmen dienten der Spezialisierung auf Getreidezüchtung und verschiedene gentechnische Verfahren.
Die aktuelle Anmeldung symbolisierte eine riesige Tasche mit dem Monsanto-Logo und einem Preisschild: „66 Milliarden US-Dollar“.

Bayer hat mit der Anmeldung seiner Fusionspläne den allerletzten Termin im zweiten Quartal 2017 gewählt. Das war ein Schachzug, der einmal mehr zeigt, wie wenig es dem Konzern an demokratischen Auseinandersetzungen gelegen ist: Am Freitag endete in Berlin die letzte Sitzungsperiode des Deutschen Bundestags. 90 Tage Zeit hat die Kommissarin, ihre Entscheidung zu treffen – 90 Tage in denen es in Bayers Herkunftsland praktisch kein Parlament gibt.

Deshalb fordern wir von der Bundesregierung, sich in den kommen Monaten in Brüssel gegen die aktuelle Fusion, und gegen zukünftige Marktkonzentrationen und Megafusionen einzusetzen.

Unterzeichne jetzt unseren Appell!

26. Juni 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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G20 flirtet mit Gentechnik und Konzernsaatgut

Wo die G20 „Welternährungs-Strategie“ drauf schreibt, sind Gentechnik und Konzernsaatgut drin.
2011 gründete die G20 – damals zu Gast in Paris – die sogenannte Weizen-Initiative („Wheat Initiative“). Die soll Ertragssteigerungen des wichtigen Ernährungsgetreides herbeiführen. Unter diesem Dach arbeiten Regierungen und Konzerne wie Bayer, Syngenta oder BASF zusammen. Die „Wheat Initiative“ verantwortet mehrere millionenschwere Förderprogramme für die Entwicklung von Hybridweizen. Der wird mit gentechnischen Methoden im Labor entwickelt – und garantiert später, dass Bäuerinnen und Bauern jedes Jahr erneut bei den Saatgutkonzernen einkaufen müssen. Denn die Ernte der Hybridpflanzen ist nicht zur Wiederaussaat geeignet. So schafft das neue Saatgut das Gegenteil von Ernährungssicherheit, der Zugang zu Saatgut für die Ärmsten blockiert. Deshalb fährt Aktion Agrar am 2. und vom 5. bis 8. Juli mit dem „Brot-in-Not“ nach Hamburg zu den Demonstrationen und dem Gegen-Gipfel und macht dort Lärm gegen den Konzernkuschel-Kurs der G20. Machst Du mit?

Bestelle jetzt hier unser Aktionspaket mit Unterschriftenlisten bzw. Postkarten zum Unterschreiben und einem kleinen Hintergrundflyer zur Weizen-Initiative. Alle, die bis 10 Uhr am Donnerstag, den 29.06 bestellen, bekommen ein Päckchen mit Karten, alle anderen Druckvorlagen für Unterschriftenlisten und Flyer.

Mehr Informationen zu den G20-Gegenveranstaltungen finden sich auf www.g20hamburg.org/de

10. Mai 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Aktion: Konzernfreie Brötchentüten in Bäckereien bundesweit

Konzerngetreide kommt Euch nicht in die Tüte? Dann haben wir was für Euch: die konzernfreien Brottüten der Kampagne “Brot in Not”. Sie gehen seit dieser Woche in Bäckereien im ganzen Land über die Ladentheke. Bei unserer Aktion sind schon kleine und große Bäckereien dabei, neunzigtausend Brötchentüten sind schon im Umlauf.

Sie alle machen aufmerksam auf die skandalöse Förderung von Hybridweizenzüchtung mit gentechnischen Methoden durch die Bundesministerien für Landwirtschaft und für Forschung.
Die beteiligten Konzerne – unter ihnen Syngenta und Bayer – wollen mit Hybridweizen erreichen, dass Bäuerinnen und Bauern das Saatgut aus ihrer eigenen Ernte nicht mehr selbst nachbauen können, sondern jährlich bei den großen Züchtern zum Einkauf vorstellig werden müssen.
Die Konzerne und die Bundesregierung verweisen gerne auf die wachsende Weltbevölkerung und loben ihre Aktivitäten selbst als Teil der „Weizen-Initiative (Wheat Initiative)“ der G20 und als Maßnahme gegen Hunger.
Dabei haben Untersuchungen längst gezeigt, dass Hybridweizenpflanzen kaum Ertragszuwächse aufweisen, die Nachteile aber voll durchschlagen. Und: Hunger ist auch ein Verteilungsproblem. Der Zugang von Bäuerinnen und Bauern zu Saatgut und Land muss deshalb erhalten bleiben und darf nicht eingeschränkt werden.

Du hast noch eine Idee, wo die Brötchentüten mit dieser Botschaft sinnvoll eingesetzt werden können?

– Dann bestelle jetzt gegen eine Spende die Back-Box mit Brottüten, Unterschriftenlisten und Aufklebern, und verschenke darin Leckereien mit der politischen Botschaft..
Oder
– Werde „Brotschafter*in“, indem Du deine Lieblings-Bäckerei oder den Bioläden in der Nähe direkt ansprichst und fragst, ob auch dort die Aktionsbrötchentüten zu Einsatz kommen könnten. Wir melden uns dann bei dir per Mail mit weiteren Infos.

Mit 5 EUR deckst du die entstandenen Kosten fürs Erstellen, Drucken und Versenden der Backbox. Für 1000 Tüten rechnen wir mit 20 EUR Druckkosten plus Versand. Falls du keine Tüten bestellen, aber die Kampagne unterstützen möchtest, schau gerne auf „Brot in Not“ vorbei. Hier findest du weitere Infos zur Kampagne für freien Weizen und gegen Konzerngetreide.

10. Mai 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Bayer-Hauptversammlung und Fusionspläne – Widerstand offensiv und kreativ

Noch bevor sich die ersten Aktionäre am Eingang zur Hauptversammlung der Bayer AG am 28. April in Bonn eingefunden hatten, rangierten die Aktiven von der AbL und Aktion Agrar sowie dem Bündnis Meine-Landwirtschaft ein vorsintflutliches Ungetüm in die beste Position:
Die riesige Kartoffeldämpfmaschine fuhr Anfang des 20. Jahrhunderts über die Dörfer und half dabei, große Mengen Kartoffeln zu dämpfen und dann unterirdisch einzulagern – als Kartoffelsilage für die Schweine.
Sobald das schwere Gefährt unweit des Eingangs zur Aktionärsversammlung stand, wurde es mit Bannern dekoriert und zeigte seine neue Bestimmung: als Patent- und Fusionsvertrags-Verbrennungsmaschine. Fleißig eingeheizt rauchte der hohe Schlot bald beeindruckend. Wenig später stieß die Maschine ihre erste große Dampfwolke aus. Der Schlauch wurde an den Kartoffel-Topf angeschlossen.
Patentanträge auf Brokkoli, auf Sonnenbluben, auf Tomaten und weitere wanderten nach kurzen Ansprachen und Informationen über die immer weiter wachsende Macht Bayers und Monsantos ins Feuer. Auch die Fusionsverträge zwischen den Agrar-Dinosauriern sowie zahlreiche Vorgängerverträge, bei denen sich sowohl der deutsche als auch der nordamerikanische Konzern fleißig Züchtungs- und Gentechnik-Firmen einverleibt hatten landeten im Ofenloch. Fernsehkameras drängten sich um die Aktiven, um einen günstigen Bildwinkel zu erhaschen.

Auf der Bühne berichtete AbL-Geschäftsführer Georg Janssen über die fatalen Folgen der Patente auf Saatgut und Bernd Schmitz von der nordrhein-westfälischen AbL forderte eine bäuerliche Landwirtschaft, frei von den globalen Unternehmen. Jutta Sundermann rief dazu auf, sich den immer neuen und immer größeren Fusionen entgegen zu stellen.

Dieses Video zeigt, was diesem Morgen in Bonn los war.    |   Fotos von der Aktion gibt es hier…

 

Wenige Tage vor der Hauptversammlung hatten wir Post aus Brüssel im virutellen Briefkasten: Die EU-Wettbewerbskommissarin antwortete auf das Schreiben von über 200 Organisationen aus ganz Europa – unter anderem von Aktion Agrar. Sie betonte einmal mehr, die noch nicht beantragte Prüfung gewissenhaft durchzuführen. Sie werde den Antrag der Konzerne dann nach der nun aktuellen Marktlage bewerten, also die neuen Riesen Dow-Dupont und Chemchina-Syngenta berücksichtigen. Außerdem nähme sie gerne weitere Hinweise für die schädlichen Auswirkungen der Fusionen entgegen. Frau Vestager weiß, dass ihr Handeln gut beobachtet wird, macht aber keine Aussagen zu einem späteren Ergebnis. Nachzulesen zum Beispiel hier: www.foeeurope.org/opposition-rises-planned-agriculture-mega-mergers-270317

Der Widerstand gegen die Giganten-Hochzeit geht auf jeden Fall weiter. Bei Aktion Agrar wurden in den letzten Tagen fleißig Dinosaurier ausgeschnitten und zusammen mit unserer Studie zum Wettbewerbsrecht an alle Mitglieder des Agrar-Ausschusses des Bundestages sowie an Frau Vestager, Bundesagrarminister Christian Schmidt und den Chef des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt geschickt. Mit einigen wollen wir in den nächsten Wochen Gespräche führen. Die Zunahme der Konzernmacht darf nicht schulterzuckend (und schon gar nicht heimlich zustimmend) in Kauf genommen werden. Wir halten Dich auf dem Laufenden!

 

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12. April 2017 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Aktionstage für freies Saatgut

Ernährungssouveränität braucht Saatgutsouveränität! Sende jetzt Saatgut mit deiner Botschaft an die Bayer-Hauptversammlung am 28. April