9. November 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Fragen und Antworten zu Amazon, Rewe und Co.

Der Onlineversand-Riese Amazon will demnächst in deutschen Lebensmittelhandel einstiegen. Das ist kein gutes Zeichen für die Agrarwende. Allerdings ist Amazon nicht der einzige oder erste Konzern, der in Deutschland Produzent*innen oder kleinere Händler unter Druck setzt. Der Lebensmittelhandel ist in der Bundesrepublik so weit konzentriert, dass wir jenseits von Qualität, Bequemlichkeit und „Bio“ diskutieren müssen, denn es geht um (ökonomische) Abhängigkeiten, Wachstumsdruck mit Folgen für Umwelt und Tiere, sowie fragwürdige Arbeitsbedingungen.

Wer eine Agrarwende will, kommt nicht darum herum, ein paar Fragen zu klären, wie heute Lebensmittel vom Acker oder Stall zu den Menschen kommen. Und morgen. Es lohnt sich, darum zu streiten, wie wir künftig einkaufen werden!

Dafür gibt es die Aktion Agrar-Streithilfe zum Lebenmittelhandel, seinen Strukturen und die Marktmacht der wenigen. Für alle die sich mal gepflegt Streiten wollen, ob auf Facebook, in der Vorlesung oder bei einer Podiumsveranstaltung.

Viel Spaß!

 


Quellen stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Bild: flickr.com/photos/mikrolinkblog/ (CC)

3. November 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Gemüse ohne Amazon

Der Online-Riese Amazon bedroht schon länger Deinen Buchladen um die Ecke. Nun will er mit seiner Online-Lebensmittelsparte Amazon fresh auf den deutschen Lebensmittelmarkt.  Laut Berichten von Die Welt und Frankfurter Allgemeine Zeitung will der Internetversanddienst mit seiner Untersparte fresh, die es in den USA bereits seit 2007 gibt, auch in den deutschen Lebensmitteleinzelhandel einsteigen. Äpfel, Brot und Joghurt künftig per Mausklick vom Steuervermeidungs- und Dumpinglohnkonzern Amazon?

Das geht gar nicht! Wir wollen die Agrarwende und echte Wertschätzung von Lebensmitteln. Wir brauchen keinen Lieferservice, der Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk immer weiter verdrängt!

Zeig Amazon, dass sie mit deiner Kundschaft nicht rechnen können:

1. Mach ein Foto von deinem Einkauf oder deinem Lieblingsgemüse
2. Lade dir den Protest-Sticker runter und füge ihn in das Foto ein
3. Teile es auf den sozialen Medien unter dem #amazonfairdrängen und tweete direkt an @Amazon

Warum es wichtig ist, Amazon vom eigenen Kühlschrank fern zu halten

Mit 7,1 Milliarden Euro war Deutschland für Amazon 2014 der beste Auslandsmarkt, vor Japan und Großbritannien. Beim dem US-amerikanischen Versandkonzern geht es längst nicht mehr nur um Bücher, wenn sie auch weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt darstellen. Das Erdbeben, das Amazon auf dem Buchmarkt auslöste, ist hinlänglich bekannt:
Immer mehr Buchläden geraten in Bedrängnis, weil Amazon sie in Bequemlichkeit und Schnelligkeit unterbietet. Zahlreiche Verlage klagen öffentlich über den enormen Druck, den Amazon auf sie ausübt. Dem Großabnehmer etwas entgegensetzen können sie kaum.

Die Gefahr geht nicht von der Dienstleistung an sich aus, sondern von der enormen Marktmacht. Marktforscher errechneten, dass Amazon inzwischen 31 Prozent des deutschen Online-Handels abwickelt, nachdem es fünf Jahre zuvor noch etwas weniger als 20 Prozent gewesen waren. Damit lässt es E-Bay und den Otto-Versand als Nummer zwei und drei der einflussreichsten Verkäufer deutlich hinter sich.
Was passiert, wenn ein Gigant wie Amazon Brot und Butter zustellt und haltbare Lebensmittel frei Haus rund um die Uhr bestellbar macht? Der Agrarwende kann das nur schaden, denn die größten Abnehmer zeigen seit Jahrzehnten im Lebensmittelhandel und in anderen Branchen, dass sie massiven Druck für eine noch billigere Herstellung ausüben und extreme Abhängigkeit ihrer Lieferanten produzieren.

Seit 2013 liefert Amazon Lebensmitteln in mehreren US-Städten aus. Der Großteil des gelieferten Obstes und Gemüsees kam bisher allerdings aus dem Großlager nahe Seattle, Washington. Die Zusammenarbeit mit regionalen Produzent*innen und Bauernmärkten soll nun beginnen. Unter welchen Bedingungen wird sich erst zeigen.

Fragwürdige Arbeitsbedingungen
Eine ARD-Reportage zum Weihnachtsgeschäft 2012 zeigte, wie Amazon Menschen unter fragwürdigen Bedingungen Päckchen im Akkord packen lässt. Rechtslose Angestellte, europäische Wanderarbeiter*innen, die mitten in Deutschland in engen Baracken hausen und für den großen Versand schuften.
Die Arbeit in den riesigen Logistik-Zentren treibt den Effizienz-Gedanken auf die Spitze. Bis zu 15 Kilometer lässt Amazon jeden seiner „Picker“ in einer Schicht durch die Lager rennen, um unter hohem Druck die Waren entsprechend der Bestellungen bereitzustellen. Tatsächlich lohnt es sich finanziell, neue Lieferungen gar nicht erst an einen ganz bestimmten Ort im Lager einzuordnen, sondern wie sie angeliefert werden, aufzustellen. Computer-gestützt leitet das Ortungs-System die „Picker“ zur jeweils richtigen Palette mit Büchern, Winterschuhen, Tablet-PCs usw.

Steuertricks
Amazon gehört zu den großen Steuertricksern unter den multinational handelnden Konzernen. Obwohl der Versandriese in seinen deutschen Logistikzentren mehr als 9.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt, stellt eine Konstruktion mit Tochterunternehmen und externen Dienstleistern sicher, dass die Auslieferungslager in Deutschland nicht als Betriebsstätten gelten und daher praktisch nicht besteuert werden. Einen Großteil seines Umsatzes mit deutschen Kunden wickelt Amazon über Luxemburger Gesellschaften ab. Die Amazon.de GmbH zahlt am Ende Steuern, die nicht zu den enormen Umsätzen und Gewinnen passen wollen.

Datensammlerei
Amazon kennt seine Kund*innen wie kein Supermarkt, nicht umsonst bietet uns Amazon bei jedem Klick auf ein Buch eine Übersicht an „Kunden, die dieses Buch kauften, kauften auch…“. Kunden bekommen also das vermeintlich perfekt auf sie zugeschnittene Produkt – in Zukunft Brötchen sowie Karotte. Die persönlichen Bestelldaten werden allerdings auch gespeichert, analysiert und verarbeitet.

Mehr Informationen:
02.11.2015 – topagrar.de – „Amazon will LEH mit Internet-Shop angreifen“
11.10.2015 – welt.de – „Amazon bringt künftig auch frische Lebensmittel“
28.08.2015 – Los Angeles Times – „Amazon is testing farmer’s market produce delivery“
09.07.2014 – thinkprogress.org – „What Does Online Grocery Shopping Mean for your Local Farmer’s Market“
 
27.07.2015 – Huffingtonpost.de – „Es ist ein neues Detail über Amazon bekannt, das zeigt, wie mächtig der Konzern wirklich ist“
07.10.2014 – Sueddeutsche.de – „Amazon soll weniger als ein Prozent Steuern zahlen“
05.08.2014 – ZEIT.de – „Frankreich will an die Steuertrickser ran“
10.08.2014 – ZEIT.de  – „909 Autoren gegen Amazon“
07.07.2014 – ZEIT.de – „Die Rechenkünstler“
24.06.2014 –  ZEIT.de – „Beschwerde des Börsenvereins beim Bundeskartellamt“
16.06.2014 – ZEIT.de – „Lokale Buchhandlungen gelten als bedrohte Spezies“
07.12.2012 – Handelsblatt- „Wie Amazon sich ums Steuerzahlen drückt“

attac.de/kampagnen/konzernbesteuerung/steuertrickser/amazon/

18. Oktober 2015 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Bankett der Verschwendung

Am Welternährungstag staunten Fußgänger*innen im Regierungsviertel nicht schlecht: Ein riesiger Tisch voll köstlicher Lebensmittel stand vor dem Bundestag. Nach und nach kamen Bundestagsabgeordnete aus allen Fraktionen und erhielten ein Mitnehmpaket mit Obst, Gemüse, Backwaren und mehr. Sämtliche Lebensmittel wären am Vortag von Berliner Märkten weggeworfen worden, hätten Essensretter*innen sie nicht abgeholt.

Vorbereitet hatten die Aktion die beiden Kampgnen „Leere Tonne“ und „Kein Essen für den Eimer“ im Bündnis. Aktion Agrar organisierte die Dekoration, malte die über 8 Meter breiten Banner und konnte rechtzeitig zur Aktion neue Aufkleber aus der Kampagnen-Serie verteilen. Wir sammeln weiter Unterschriften – denn wir sind überzeugt, dass wir noch viele Menschen mehr für unsere Forderungen gewinnen können.

Bei der Aktion zeigte sich einmal mehr, wie verschieden die Ansätze der Arbeit gegen die Verschwendung sind. Während vor allem die CDU/CSU-Vertretenden auf der Freiwilligkeit des Handels beharrten, stimmten Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken der Kritik zu, dass zum Beispiel die Supermärkte nur sehr begrenzt „freiwillig“ ihr Werbe-, Einkaufs- und Wegwerf-Verhalten ändern. Um zu einer echten Wertschätzung von Lebensmitteln zu kommen, braucht es eine Agrarwende, faire Preise und eine Abkehr vom „immer mehr“ und „immer billiger“.

Mehr Infos unter: www.leeretonne.de
Mehr tolle Fotos von der Aktion: In unserem Fotoalbum


Bild: Jakob Huber / Aktion Agrar (CC)

14. Oktober 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Billig-Exporte zerstören Höfe weltweit

Trotz des Protests zahlreicher Milchbauern und -bäuerinnen lädt Bundesagrarminister Christian Schmidt diesen Mittwoch zum Exportgipfel ein. Um 12.00 Uhr haben deshalb Vertreter mehrerer Organisationen eine Protestnote überreicht. Auf einen großen Traktor war eine riesige Weltkugel (Durchmesser 3 Meter) befestigt.

Die Aktiven kritisieren die Neigung des Ministers Schmidt, auf immer weitere Exportsteigerungen zu setzen. Der Exportgipfel sei die falsche Antwort auf den dramatischen Preisverfall bei der Milch. Um Milchviehbetriebe in Deutschland zu retten, brauche es eine Qualitäts- statt einer weiteren Massen-Offensive. Entsprechend der Resultate der am gleichen Tag vorgestellten Studie zu Milchpulver-Exporten sei auch aus entwicklungspolitischer Sicht ein Kurswechsel dringend
geboten.

Hier geht es zu unserer Pressemitteilung…


Bild: © Abl / WHES

2. Oktober 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Verbände-Aufruf: Exportwahnsinn stoppen

Der europäische Michmarkt steckt in einer Krise: Die Milchpreise sind im Keller, viele Höfe kämpfen ums Überleben – und den Kühen samt ihren Halter*innen droht ein massiver Industrialisierungs-Schub, damit noch billiger produziert werden kann.

Aktion Agrar hat zusammen mit 20 Verbänden an den Bundesagrarminister Schmidt appelliert, nicht weiter derart auf Export und Mengensteigerung zu setzen. Statt zu einem Exportgipfel, wie der Minister ihn für Oktober plant, sollte er zu einem Milchgipfel einladen. Gestärkt werden sollen die Betriebe, die jetzt auf eine Qualitäts-Offensive und auf freiwillige Milchmengen-Reduktion setzen. Das kann nicht nur die Preise retten, sondern auch Tier, Mensch und Umwelt gut tun.

Zum Monatswechsel fand jetzt die halbjährliche bundesweite Agrarministerkonferenz statt. In Fulda standen einmal mehr zwei landwirtschaftliche Lager gegenüber: Während der Bauernverband den Export aus Ausweg preist und Milchpulver rund um die Welt verschiffen will, warnen der Bund der Milchviehhalter und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft vor dieser Strategie. Letztlich müssen wir den Exportwahnsinn stoppen – sonst werden Tausende von Milch-Betrieben aufgeben und die verbleibenden Ställe immer größer. Wir erreichen dann wie bei Schweinen und Hühnern eine Dominanz von Tierfabriken und eine Verdrängung von Weidehaltung und bäuerlichen Höfen.

Lese hier den Verbände-Aufruf zur AMK

 


Bild: Px4u by Team Cu29 / CC

20. September 2015 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Fragen zum deutschen Bauernverband – Zeit für Streit

Am Freitag, den 18. September mobilisierte der Bauernverband zur Demonstration gegen die Agrarpolitik in Niedersachsen nach Hannover. „Perspektive statt Agrarwende“ hatten die Veranstalter auf Banner gedruckt. Sie forderten von Minister Meyer eine Abkehr von seiner Agrarwende-Politik und beklagten Belastungen, Verdächtigungen und Anschuldigungen, die das Leben auf den Höfen „wie Mehltau“ lähmten.

Dass dies nicht die einzige Sichtweise ist, zeigte schon vor der Demonstration die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft mit einer kritischen Pressemitteilung. Landesvorsitzender Ottamr Ilchmann warf den Veranstaltern ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver der agrarindustriell verflochtenen Bauernverbandsspitze vor. Mehr dazu: Artikel bei Top-Agrar zur Demo und Kritik

Wir haben die Gelegenheit genutzt, einige Argumente zum Bauernverband zusammen zu stellen, die ein gutes Rüstzeug sein könnten, für spannende Diskussionen oder weitere eigene Recherchen.

Denn der Bauernverband
* … ist „ein Industrieverband wie andere auch“ – und kann auf den ADAC-Effekt setzen, der ihm viele Mitglieder beschert.
* … tut nur so, als ob er die Interessen sämtlicher Betriebe verträte – und hat eine eigenwillige Definition von „Familienbetrieben“.
* … ist besonders eng vernetzt mit der Agrarindustrie – und torpediert in deren Interesse Veränderungen der Europäischen Agrarpolitik, ohne die die Agrarwende kaum umsetzbar ist.

Mehr dazu hier in unserer Streithilfe zum Deutschen Bauernverband

 


Bild: © Aktion Agrar / Maria Dorn

15. September 2015 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Aktion in Cottbus und Drebkau

Ein riesiges rosafarbenes Kreuz auf dem Cottbuser Marktplatz: Gemeinsam warben Aktivist*innen am 13.09. für das Brandenburger Volksbegehren gegen Massentierhaltung. Aktion Agrar hatte Informationen zum Agrarindustriellen Straathof dabei und im Rahmen des Aktionswochenendes unter dem Motto: „Mahlzeit. Gutes Essen ohne Tierfabriken“ gab es leckere Häppchen ohne Tierfabrik-Zutaten. Am Nachmittag mahnte das rosa „X“ vor dem Megastall des Schweinebarons Adrian Straathof. Eine Bildersammlung gibt es hier: http://bit.ly/aktionagrar.

Brandenburger*innen können hier ganz einfach Briefwahlunterlagen bestellen, um sich am Volksbegehren zu beteiligen: Link zum Bestell-Formular

 


Bild: Aktion Agrar

 

27. August 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Volksbegehren „Stoppt Massentierhaltung!“

Derzeit tut sich einiges in der Bewegung gegen Massentierhaltung. Immer mehr Menschen machen sich gegen Tierfabriken stark und beeinflussen die gesellschaftliche Diskussion um diese nicht zukunftsfähige Form der Landwirtschaft. Dieses Jahr schaut diese bundesweite Bewegung gespannt nach Brandenburg wo das erste Volksbegehren gegen Massentierhaltung an Fahrt gewinnt.

Die Hauptforderungen des Aktionsbündnisses sind die ausschließliche Förderung von Ställen die art- und tiergerecht sind, das Verbot des Kupierens von Schwänzen und Schnäbeln, das Aufstellen eines Tierschutzbeauftragten im Land Brandenburg sowie das Klagerecht für anerkannte Tierschutzverbände.

34.000 Brandenburger*innen hatten im letzten Jahr die Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“ unterzeichnet, doch im März 2015 wurden die Forderungen vom Landtag abgelehnt. Das Aktionsbündnis macht trotzdem weiter. Am 15.07.2015 starteten sie ein Volksbegehren, das bis Januar 2016 80.000 Stimmen gegen Tierfabriken sammeln muss. Abstimmen dürfen alle wahlberechtigten Bürger*innen Brandenburgs über die Zukunft der Megaställe in Brandenburg. Schon jetzt, eineinhalb Monate nach dem Starten des Volksbegehrens unterstützen schon wieder mehr als 10.000 Menschen die Forderungen.

Ab dem 1.Oktober tourt der OMNIBUS für direkte Demokratie, eine der Trägerorganisationen, durch Brandenburg um über das Volksbegehren zu informieren und um Anträge auf Briefeintragung der Bürger*innen zu sammeln. Schon bei der Volksinitiative konnten mit dem OMNIBUS mehrere Tausend Unterschriften gesammelt werden.
Wir freuen uns riesig darauf, am 5. Oktober in Hennigsdorf und am 6. Oktober in Bernau mit dem OMNIBUS mit unterwegs zu sein um das Aktionsbündnis bei der Bestellung der Briefwahlunterlagen für Interessierte zu unterstützen. Unsere Kampagne „Die dunkle Seite der Mast“ haben wir natürlich auch im Schlepptau – mit Flyern, Buttons und Unterschriftenlisten.

Mehr Informationen zum Volksbegehren findest Du unter: www.volksbegehren-massentierhaltung.de

6. Juli 2015 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Kampagnenstart für eine Leere Tonne

Leere Tonne – Wegwerfstopp für Supermärkte
Am Freitag, den 3. Juli startete Aktion Agrar zusammen mit foodsharing und der Slow Food Jugend Deutschland eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung. Mitinitiatoren sind der bekannte Dokumentarfilmer Valentin Thurn („Taste the waste“) und der Geld-Boykottierer und Autor Raphael Fellmer.

18 Millionen Tonnen wertvoller Lebensmittel landen allein in Deutschland jährlich auf dem Müll.
Lebensmittel, deren Herstellung viel Arbeit macht, wertvolles Wasser und eine Menge Energie benötigt – und die teilweise um die halbe Welt transportiert werden, um hier auf dem Müll zu landen.
Obwohl der Bundestag schon 2013 beschloss, diese ungeheure Menge bis 2020 um die Hälfte zu reduzieren, geht es nicht richtig voran.
Valentin Thurn sagte: „Es passiert jedoch wenig und die Regierung konzentriert sich einseitig auf die Verbraucher. Dabei kommt Supermärkten eine Scharnierfunktion zu: Sie werfen selbst viele Tonnen essbarer Lebensmittel weg. Und sie entscheiden durch ihre Beschaffungspraxis mit darüber, wie viel Gemüse als unverkäuflich deklariert auf den Äckern verbleibt. Durch ihre Werbung und Kaufanreize mittels Sonderangeboten und Großgebinden beeinflussen sie schließlich auch, ob Konsument*innen mehr nach Hause tragen, als sie eigentlich benötigen.“

Unsere Motivation: In Frankreich gibt es seit Mai diesen Jahres ein Gesetz, dass es Supermärkten verbietet, Lebensmittel wegzuwerfen. Dort müssen Lebensmittelhändler nun unverkaufte Ware vergünstigt anbieten sowie an soziale Organisationen über Abnahme-Vereinbarungen weitergeben. Die Verfütterung an Tiere soll ermöglicht werden. Was nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, soll als letzte Möglichkeiten getrennt der Kompostierung oder über Biogasanlagen und Müllverbrennungen energetisch verwertet werden.
Wir meinen: Es ist höchste Zeit, auch hier ein solches Gesetz auf den Weg zu bringen.

22. Juni 2015 Kommentare sind deaktiviert Leonie Dorn
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Weitere Razzien in Straathof-Anlagen

Die Betriebe des Straathof Konzerns sind weiterhin im Visier der Behörden: Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Augsburg wurden letzten Mittwoch die beiden bayerischen Straathof-Anlagen, Reichertsweiler Hof und Gut Sternbach, von der Polizei und den Veterinärbehörden durchsucht. Rund 100 Personen waren seit früh morgens an dem Einsatz beteiligt. Der Verdacht: Tierquälerei und Verstoß gegen Hygienevorschriften.

Im Fokus der Ermittlungen stehen vier Verantwortliche der Betreibergesellschaft. Beide Betriebe gehören der Straathof-Strehle GmbH an, deren Geschäftsführer war noch bis Januar Adrianus Straathof, nun haben dort Franz Josef Bleichner und Bartholomeus Goumans das Sagen.

Nachdem vergangenen Dezember der Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt ein Tierhaltungsverbot gegen Straathof ausgesprochen hatte, wurden auch die beiden bayerischen Betriebe kontrolliert und die Behörden im Landkreis Donau-Ries prüften, ob das Tierhaltungsverbot auch für Bayern gelten könnte. Auf den Kontrollergebnissen im Dezember basieren nun die Durchsuchungen.

Zur gleichen Zeit wurden letzten Mittwcoh auch Straathof-Büros in Gladau, Sachsen-Anhalt durchsucht. Dort befindet sich der Firmensitz der Straathof-Strehle GmbH. Laut dem Unternehmen wurden Unterlagen zu Veterinärsrechnungen und Lebenszyklen der Tiere mitgenommen. Gladau ist der Firmensitz vieler Straathof-Tochterfirmen und auch der der Straathof-Holding, bevor sie ins brandenburgische Ziesar umzog. Ein Einbruch in die gladauer Büros sorgten vergangenen Februar für aufsehen.

Ein bundesweites Tierhaltungsverbot für Straathof wird zur Zeit vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg verhandelt. Die hier sichergestellten Beweise müssen nun genutzt werden, um das Berufsverbot endgültig durchzusetzen.

Aktion Agrar fordert die Behörden der Landkreise auf, sich über ihre Ermittlungen im Fall Straathof auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Mach mit!

 

Mehr Informationen zum Straathof-Imperium

 


Mehr Informationen zur Razzia: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Tierquaelerei-im-Schweinestall-So-lief-die-Razzia-der-Polizei-ab-id34443107.html

Bild: blu-news.org / CC