13. Februar 2019 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Schwierige Zeiten für die Pestizid-Lobby

Das Jahr 2019 hat hoffnungsvoll begonnen für die Wildbienen und Singvögel: Bei künftiger Pestizidzulassung schreibt Europa künftig Transparenz groß. Und in Bayern bekommt ein Volksbegehren über 900.000 Unterschriften zusammen für mehr Biolandwirtschaft und Bienenschutz. Wir finden: Jetzt noch mehr Engagement für die Artenvielfalt – und noch mehr Solidarität für die aufgeschlossenen Bäuerinnen und Bauern!

Irgendwann in der Nacht auf den 12. Februar stand das Ergebnis des sogenannten Trilogs zur künftigen Zulassung von Pestiziden, Futtermitteln und gentechnisch veränderten Organismen fest: Obwohl die Lobbyisten der Konzerne es zu verhindern versucht hatten, werden ihre Studien, die sie zusammen mit einem Zulassungsantrag einreichen müssen, künftig öffentlich gemacht.
So wird es möglich, Gegenstudien zu erstellen und mit Umweltargumenten rechtzeitig Druck zu machen.
Nachdem das Parlament schon im Dezember Konsequenz gezeigt hatte, ist jetzt auch ein einigermaßen vernünftiger Kompromiss zwischen der Europäischen Kommission, dem Europäischen Rat und den verhandelnden Abgeordneten zustande gekommen. Das ist ein wichtiger Schritt, wenn auch noch einige Hintertüren zu schließen sind, weil beispielsweise die Kontrolle der Auflagen noch nicht festgezurrt ist und die Kosten für nötige zusätzliche Studien nicht wie u.a. von den Grünen gefordert, von den Konzernen über einen Fonds getragen werden müssen, sondern den Steuerzahler*innen in Rechnung gestellt werden.

Jubelstimmung herrscht bei den Aktiven für Artenvielfalt in Bayern. Die haben mit ihrem Volksbegehren „Rettet die Bienen und die Bauern“ schon vor dem Ende der Sammelfrist (am heutigen 13. Februar) über 900.000 Unterschriften zusammen. Ihr Gesetzesentwurf fordert unter anderem bis 2025 in Bayern 20 Prozent Biolandbau zu erreichen und 30 Prozent bis 2030. Ein Vorbild des großen Bienen-Begehrens ist Österreich, wo schon fast 25 Prozent Biolandwirtschaft erreicht ist. Jetzt liegt diese Forderung auf dem Tisch. Die Regierung kann ihr zustimmen, einen Kompromiss aushandeln oder über den Gesetzentwurf der Initiative abstimmen lassen.

Und passend dazu freuen wir bei Aktion Agrar uns über das große Interesse an unseren Materialien und über die Zusammenarbeit mit Bauernhöfen und Aktivist*innen. Wer möchte, kann weiterhin das Aktionsheft für die Agrarwende mit dem Schwerpunkt Pestizide bestellen oder unseren neuen Flyer „Pestizidausstieg ist möglich“.

25. Januar 2019 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Pestizid-Prämien-Punkte für ein Insektenhotel von Bayer

Manchmal ist auch ein Agrarchemie-Konzern unfreiwillig ziemlich komisch.
Bayer ist – wie seine Konkurrenten auch – darum bemüht, seine Kunden an sich zu binden. Zentrales Tool dafür ist eine App, die eine ganze Leiste von Service-Angeboten zu bieten hat, einschließlich aktueller Wetter-Nachrichten. Die App hilft bei der Analyse von Pflanzenerkrankungen und empfiehlt, wann welches chemische Mittel eingesetzt werden sollte.

Die Kundenbindung wird intensiviert durch einen dicken Prämien-Katalog. Bei jedem Kauf finden sich auf den Pestizidpackungen Codes für die mitgekauften Bonuspunkte. Beim ersten Besuch auf der Internetseite von “BayDir” leuchtet der Bäuerin oder dem Bauer ein Männlein aus dem Smartphone entgegen, ganz im Star-Wars Style.
Nur wer Böses dabei denkt, könnte assoziieren, dass Bayer sich im Sternenkrieg befindet gegen die Artenvielfalt der Äcker. Und bringt der Konzern absichtlich ins Spiel, wie viel Macht er als Spitzenreiter der Weltrangliste der Agrarchemiekonzerne  im Saatgut- und Pestizidmarkt besitzt? Dann sollte der abgewandelte Abschiedsgruß der Jedi (“Möge die Macht mit Dir sein”) zur Begrüßung eher Beklemmung denn Lust auf eine Zusammenarbeit auslösen.

Aber zurück zum Katalog. Wer fleißig Punkte sammelt, kann Kaffeemaschinen, Spielgeräte, Werkzeuge und vieles mehr bekommen. Einen Preis für besonderen Zynismus verdient Bayer aber für diese Prämie: Wer 16.500 Punkte für Fungizide, Herbizide und Insektizide ausgegeben hat, kann ein Insektenhotel bekommen!

Das ist nicht lustig angesichts der großen Gefahr, die für Biene und Co von der typischen Bayer-Landwirtschaft ausgehen: Die Chemikalien töten viele “Nicht-Ziel-Organismen” direkt oder lassen überlebenswichtige Wildpflanzen verschwinden.

BayDir-sein2

Insektenhotel_für_Pestizidpunkte

Die immer größeren Flächen mit Hochleistungssorten, die Bayer mit Nachdruck verkauft, führen zu weiter ausgeräumten Landschaften und dem Verschwinden von Rückzugsräumen. Da ist es leider garantiert, dass kein Insektenhotel diesen Schaden ausgleichen kann!

8. Januar 2019 Kommentare sind deaktiviert Jasmin Breemann
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Das neue Aktionsheft ist da!

Wir haben unsere Köpfe rauchen lassen, mit Bäuer*innen sowie Expert*innen geredet und uns durch Material gewühlt, damit du alsbald unser neues Aktionsheft begrüßen kannst. Da gab es zum Beispiel die Diskussionsveranstaltung zum Thema Pestizidreduktion am Beispiel Indien im November. Oder der angeregte Austausch mit innovativen Bauern, die uns ihre Art, Pestizide einzusparen erläuterten. Hast du zum Beispiel schon einmal etwas von der Blattsaftanalyse oder Komposttee gehört? Ebenfalls interessant sind die bewegten Geschichten aus verschiedenen Ecken der Welt – hier sieht man, was Einsatz möglich machen kann. Dich erwarten spannende Fakten und Hintergründe!

Wie immer verschicken wir die Büchlein, 20 Stück oder mehr, gerne an Verteiler*innen. Um zu den Ersten zu gehören, die stolz ein Heft in der Hand halten können, musst du nur hier das Formular ausfüllen und dann abwarten. Um die Wartezeit zu überbrücken steht dort auch eine digitale Version zur Ansicht bereit.

Für alle, die bei einer der ‚Wir haben es satt!‘ Demos aktiv sind und mit verteilen gibt es extra schnellen Versand – unsere fleißigen Flugschweine werden ihr Bestes geben alle zu beliefern. Spenden um die Versorgung besagter zu unterstützen sind wie immer willkommen.

Da du auf Papier ja nicht in den Genuss kommen kannst, hier unser im Rahmen der Diskussionsveranstaltung nahe Göttingen entstandenes Video zum Pestizidausstieg in Andhra Pradesh. So bleibst du im Thema und kannst frisch motiviert ins neue Jahr starten!

Apropos Andhra Pradesh: Du kannst dich auf einen Comic von uns freuen – erste Einblicke dazu gibt es ebenfalls im Aktionsheft. Es lohnt sich also zu bestellen, mitzumachen, zu verteilen und einfach dran zu bleiben!

Ich weiß, ich weiß, Spannung pur! Also, hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack. Weil du es bist. 😉

 

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