Mega-Fusion geht in entscheidende Phase

Der Agrarchemie-Konzern Bayer schlägt bezüglich der Fusion mit dem Gentechnik-Riesen Monsanto aggressivere Töne an. Falls sich in den kommenden Wochen keine einvernehmliche Fusion abzeichnen sollte, ist das Leverkusener Unternehmen auch zu einer feindlichen Übernahme bereit, so ein Bericht des Handelsblatt (15.08.2016). Seit Mai wird bereits heftig gepokert. Bayer hatte das Kaufangebot im Juli auf 64 Mrd. Dollar erhöht, was Monsanto allerdings ablehnte. Neusten Medienberichten zufolge gewährte Monsanto dem Konzern nun einen selektiven Einblick in seine Bücher, was zur besseren Beurteilung der Lage dienen soll (Business Insider, 18.08.2016).

Doch unabhängig des Kaufpreises werden die Kosten dieser Giganten-Hochzeit für Umwelt und Gesellschaft enorm hoch sein. Nicht nur würde sich ihre Dominanz über den weltweiten Saatgutmarkt noch einmal enorm zuspitzen und ihre Kontrolle über Bäuerinnen und Bauern und deren Anbaupraxen ausbauen.
Aktuell versuchen sich Bayer und Monsanto den Weizen, eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Erde, zu eigen zu machen, indem sie einen Hybridweizen züchten. Wenn ihnen das gelingt, sind hohe Gewinne wahrscheinlich – und ein weiterer Schritt in die Abhängigkeit der Bäuerinnen und Bauern von den Saatgutkonzernen.

Ein Gutachten aus den USA hatte erst kürzlich festgestellt, dass die Fusion den Wettbewerb im Agrarbereich stark schädigen würde und daher gegen US-Kartellrecht verstößt. Bereits heute wird der Saatgutmarkt von den „Big 6“ – also nur sechs großen Unternehmen kontrolliert, die alle mitten in Fusionsplänen stecken. Bayer will Monsanto kaufen, Dow Chemical übernimmt Dupont und ChemChina geht voraussichtlich mit Syngenta zusammen. Die beiden Gutachter und Kartellrechtsexperten empfehlen den US-Behörden die Übernahme nicht zu genehmigen – und wir machen von europäischer Seite aus ordentlich Druck auf die Politik! Wir fordern von der EU-Wettbewerbskommissarin, die Übernahme, ob feindlich oder friedlich, nicht zu genehmigen.

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Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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