Neue Abgründe in der Milchkrise

Die Discounter Aldi und Norma bieten seit dieser Woche einen Liter H-Milch für unglaubliche 46 Cent an. Auch Butter, Sahne und weitere Milchprodukte sind nochmal günstiger geworden. Andere Handelsketten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nachziehen. Dies ist ein Schritt mit fatalen Folgen für viele Bäuerinnen und Bauern und ein weiteres Zeichen für die desaströse Lage in der Landwirtschaft. Dabei wächst überall wächst die Erkenntnis, dass jeder Tag zählt, um die Bauernhöfe zu retten und dass es viel Bereitschaft gibt, die Bäuerinnen und Bauern zu stärken.

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Die Discounter begründen ihre Entscheidung mit dem aktuellen Überangebot von Milch auf dem Markt, für das sie ihrer Sicht nach keine Verantwortung tragen. Das ist eine Farce. Denn diese Dumpingpreise heizen das Hamsterrad der Billigproduktion weiter an. Viele Milchbetriebe sehen keine andere Möglichkeit, als über die Menge zu versuchen, ihre Verluste zu minimieren.

Der Einzelhandel ist vielleicht nicht direkt für das Überangebot an Milch verantwortlich, hier tragen die Bundesregierung, deutsche Molkereien und Bauernverband einen großen Teil der Verantwortung, doch er gießt mit seiner Preispolitik massenhaft Öl ins Feuer. Eine Preispolitik die obendrein nur durch die starke Konzentration am Markt möglich ist. Vier Konzerne, Edeka, Aldi, Rewe und die Schwarz Gruppe (Lidl) kontrollieren 85 % des Lebensmitteleinzelhandels.

 

Wir müssen das Hamsterrad der Billigproduktion, des Wachse oder Weiche, zum Anhalten bringen, statt es mit Dumpingpreisen und Freihandelsabkommen weiter anzuheizen.

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Die Kampagne „Kühe und Bauern nicht verpulvern“ hat bereits in Schwerin ein Gummistiefel-Mahnmal für die Agrarministerkonferenz errichtet, in vielen Städten war schon das „Milchpulverturm-Schach“ im Einsatz. Tausende unterstützen die Forderungen, der Export- und Massenproduktion eine Absage zu erteilen und auf Qualität zu setzen. Weiter Aktionen werden noch Folgen – bleib auf dem Laufenden.

 

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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