Pressemitteilungen

Pressemitteilung 17. November 2017

Esssen ohne Amazon – stoppt den Online-Riesen

Protestaktion mit Booten am „Frischezentrum“ Amazons in Berlin als Auftakt zu weiteren Aktionen und bundesweiter Kampagne

Am heutigen Freitag spannten Aktive von Aktion Agrar ein großes Banner an der Kaimauer des Borsighafes in Berlin-Reinickendorf auf, hinter der Amazon das erste Logistikzentrum für seinen Lebensmittellieferdienst Amazon fresh unterhält. Aktion Agrar sammelt persönliche Erklärungen von Menschen, die keine Lebensmittel über Amazon beziehen wollen und fordert von der Politik, dem Online-Riesen Einhalt zu gebieten sowie Direktvermarktungs-Strukturen zu fördern.

Vor einem halben Jahr war Amazon auch in Deutschland ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln eingestiegen. Bisher beschränkt sich das Angebot auf Berlin, Potsdam, Hamburg und München.
Jutta Sundermann von Aktion Agrar erklärte: „Amazon hat in unseren Kühlschränken nichts verloren und ist kein guter Partner für Bäuerinnen und Bauern. Der Konzern ist ein Datenkrake, verletzt massiv die Rechte seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und spart mit Steuertricks Milliarden. So verschafft er sich unfaire Vorteile und ruiniert Wettbewerber und vermeintliche Partner.“

Aktion Agrar hatte umfangreich zu Erfahrungen in anderen Branchen recherchiert und dann Gespräche mit Direktvermarktungs-Experten geführt. Auch an die von Amazon genannten Partner bei der Lebensmittel-Zustellung, die Bio-Lebensmittelkette Basic, den süddeutschen Händler Feneberg sowie Tegut wandte sich die Organisation.
Jutta Sundermann: „Amazon hat die ausgefeilteste Online-Bestell-Software und Logistik und ist sehr erfolgreich bei der Kundenbindung. Seine Handels-Partner machte Amazon bisher immer wieder austauschbar. Mit billigeren Produkten und mit Hilfe von Algorithmen zur Preisbildung hat der Konzern viele Verkäufer auf seiner eigenen Plattform in die Knie gezwungen. Der Konzern entfaltet seine Macht sowohl als Händler als auch als Betreiber der wichtigsten Onlinemarktplätze.“

Das macht Aktion Agrar Sorgen. Denn das Internet spielt auch eine wichtige Rolle für moderne Direktvermarktungs-Strukturen von der regionalen Biokiste über die Marktschwärmer bis hin zu lokalen Online-Marktplätzen. Sundermann: „Wir werden nicht still zusehen, bis Amazon diese wertvollen Alternativen an die Wand drängt.“
Hinzu kommt, das das Konzept die Lebensmittelverschwendung anheizt. Essensretter aus Berlin, die bei Supermärkten nicht verkaufte Ware abholen und weitergeben, hatten Aktion Agrar berichtet, dass bei Basic seit dem Einstieg in das Amazon fresh-Konzept massiv mehr Lebensmittel weggeworfen werden.

Die Kampagne „Essen ohne Amazon“ von Aktion Agrar und Kooperationspartnern fordert auch von der neuen Bundesregierung: Die Konzernmacht im Lebensmitteleinzelhandel und die der größten Internet-Konzerne muss beschränkt, regionale Direktvermarktung weiterentwickelt und dabei gefördert werden.
Am 25. November beginnt die bundesweise Aktion „Weihnachten ohne Amazon“ mit Aufklebern für Geschenke und Tipps zu Alternativen sowie einem Weihnachtsmänner-Protest in Bad Hersfeld an einem der größten Amazon-Versandzentren.

Zudem startet am Montag eine bundesweite Aktionswoche „make amazon pay“, die vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen bei dem Onlinehändler in den Fokus nimmt. Am Freitag, den 24.11. ist eine größere Aktion in Berlin geplant.

Für Rückfragen:
Jutta Sundermann, 0175 – 86 66 76 9, jutta.sundermann@aktion-agrar.de


Fotos von allen Aktion finden Sie auf unserer Flickr Seite: http://bit.ly/aktionagrar

 

Ältere Pressemitteilungen

Pressemitteilung von 3. Juli 2017

Kampagne „Konzernmacht begrenzen“ demonstriert gegen die Fusion von Bayer und Monsanto

Pressemitteilung von 30. Juni 2017

Bayer beantragt Genehmigung für Monsanto-Übernahme

Pressemitteilung von 25. April 2017

Wettbewerbsrecht schärfen: Agrarfusionen bedrohen biologische Vielfalt und Demokratie

Presse-Mitteilung von Freitag, 06. April 2017

Fusionen stoppen, Konzernmacht begrenzen

Presse-Mitteilung von Freitag, 31. März 2017

Lob und Kritik zur Verabschiedung der Düngeverordnung im Bundesrat

Presse-Mitteilung von Montag, 27. März 2017

Offener Brief an die Europäische Kommission: Fusionen von Agrarkonzernen verhindern

Presse-Mitteilung von Freitag, 10. März 2017

Wegwerfstopp für Supermärkte

Presse-Mitteilung von Dienstag, 17. Januar 2017

Brot in Not: Bündniskampagne „für freien Weizen statt Konzerngetreide“ gestartet

Presse-Mitteilung von Mittwoch, 07. Dezember 2016

Weizenkongress in Frankfurt blendet bäuerliche Züchtung und kritische Fragen aus

Presse-Mitteilung von Donnerstag, 13. Oktober 2016

Protestaktion gegen Lebensmittelverschwendung anlässlich des Welternährungstags

Presse-Mitteilung von Dienstag, 10. Oktober 2016

Schweinerei: Bauern demonstrieren mit Landschweinen vor der Bayer-Zentrale gegen Monsanto-Übernahme
Mehr…