Riesenerfolg in Brandenburg

Die Brandenburger*innen haben es geschafft: In sechs Monaten gewannen sie nicht nur 80.000 Menschen dafür, in ihrem Rathaus oder per Briefwahl für das Volksbegehren gegen Massentierhaltung zu stimmen – sondern fast 104.000!

All diese Menschen forderten folgende Maßnahmen gegen Tierleid in der Nutztierhaltung:

  1. Es dürfen ausschließlich art- und tiergerechte Haltungsverfahren gefördert werden. Dabei muss die Tierhaltung an die zur Verfügung stehende Fläche gebunden sein. Tierhaltungsanlagen ab einer bestimmten Größe dürfen gar nicht mehr gefördert werden.
  2. Verbot des Kupierens von Schwänzen bei Schweinen sowie Schnäbeln bei Hühnern! Wir müssen unsere Tiere endlich so halten, dass die Verhaltensstörungen Schwanzbeißen und Federpicken nicht mehr auftreten, statt die Tiere an die schlechten Haltungsbedingungen anzupassen!
  3. Benennung eines Tierschutzbeauftragten im Land Brandenburg!
    Es braucht einen von der Regierung unabhängigen Tierschutzbeauftragten, um auf Missstände in der Tierhaltung schnell, kompetent und wirksam reagieren zu können.
  4. Einführung eines Mitwirkungs- und Klagerechtes für anerkannte Tierschutzverbände!
    Tiere können ihre Rechte nicht selbst vor Gericht einklagen. Agrarinvestoren schon. Diese Ungerechtigkeit muss beseitigt werden, die Tierschutzverbände müssen die Rechte der Tiere auch vor Gericht vertreten dürfen!

Diese Forderungen decken sich im wesentlichen mit den Forderungen unserer Kampagne „Die dunkle Seite der Mast“, die wir anlässlich der üblen Strategien des Schweinebarons Adrianus Straathof im Frühling 2015 starteten. Im Sommer entschieden wir uns, mit Nachdruck das Volksbegehren zu unterstützen. Jutta Sundermann moderierte das große Kick-off-Treffen in Brandenburg. Unsere erste Aktion bei einem der Megaschweineställe Straathofs im brandenburgischen Drebkau führten wir zusammen mit dem Bündnis durch und veröffentlichten einen Mobi-Film mit den Aktionsbildern. Außerdem waren wir zwei Tage mit dem Omnibus für direkte Demokratie in Brandenburg unterwegs und sammelten fleißig auf der Straße Bestellungen für Briefwahlunterlagen.

Jetzt freuen wir uns riesig mit der vielen, vielen Aktiven. Das Volksbegehren in dem Flächenland ist ein Riesenerfolg und zwingt nun die Regierung, entweder die Forderungen umzusetzen oder zu einer Volksabstimmung einzuladen. Die Chance, in einem der „Straathof-Länder“, in denen Tierschutz bisher viel zu klein geschrieben wurde, etwas zu verändern, ist jetzt größer denn je. Und sie wird Auswirkungen haben auf die Agrarpolitik über Brandenburg hinaus.

Wir bedanken uns auch bei allen, die unsere Kampagne „Die dunkle Seite der Mast“ unterstützt haben! Wir haben das gemeinsam geschafft!

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Jutta Sundermann
Jutta Sundermann

Wollte Aktion Agrar eigentlich „KuhRage“ nennen und wohnt in einem blauen Bauwagen auf dem Lande.

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