Schweine-Ballett vor dem Ministerium

Schwankende Schweine-Silhouetten vor dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover. Bei strahlendem Sonnenschein wird Agrarminister Meyer der goldene Wasserhahn überreicht. Als Anerkennung für seinen Einsatz zur Verschärfung der Düngeverordnung und zur Sicherung der Grundwasserqualität in Niedersachsen applaudiert die Runde – und hält dann schnell wieder die 20 Schweine aus Pappe fest, die sonst der Wind weggepustet hätte.

Über 200 000 Unterschriften sind für den Online-Appell geleistet worden, mit dem Aktion Agrar und Campact den Tierfabriken den Güllehahn zudrehen wollen. Der Neuentwurf für die Düngeverordnung, den Minister Schmidt im Dezember vorgelegt hat, ist nicht konsequent genug. Das findet auch Niedersachsens Agrarminister Meyer. Auf der Pressekonferenz vor dem Termin mit den Aktiven hat er auf den Nährstoffbericht hingewiesen, der aufzeigt, wo in Deutschland die Überdüngung am größten ist. Um besser nachvollziehen zu können, wie die zustande kommt, setzt Meyer sich für eine Datenbank ein, die Aufschluss über die tatsächlich ausgebrachten Güllemengen geben soll. Rot sind die Areale, in denen es viele Tierfabriken gibt.

Im September wird über die Düngeverordnung im Bundesrat abgestimmt. Jetzt ist es Sache der Länder, sich gegen den aktuellen Entwurf zu stellen und eine Verbesserung einzufordern. Deshalb touren Aktion Agrar und Campact mit dem Spalier aus Schweinesilhouetten weiter. Morgen findet die Unterschriftenübergabe in Schleswig-Holstein statt. Und natürlich treffen sich alle zuständigen Minister*innen auch auf der Agrarministerkonferenz in Bad Homburg am Donnerstag. Dort empfangen wir sie dann mit zwei Fässern Gülle-Bier. Mehr wird noch nicht verraten.

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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