Trinkwasser schützen – Höfe retten

Am 27. Februar übergeben 11 Organisationen Petition an Bundesumweltministerin.

Die Düngeverordnung ist inzwischen verabschiedet. Noch laufen Umstellungsfristen, aber es ist schon sehr wahrscheinlich, dass von einer Entwarnung für Wasser und Artenvielfalt keine Rede sein wird.
Aktion Agrar hat sich deshalb der Petition von BUND, der Deutschen Umwelthilfe und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft angeschlossen. Es hat uns beeindruckt, dass der Dachverband der Wasserwerke so deutlich Stellung bezieht. Die Wasserwerke hatten zusammen mit dem Umweltbundesamt vorgerechnet, dass Kostensteigerung von bis zu 60 Prozent für sauberes Trinkwasser zu erwarten seien, wenn nicht noch mehr zum Schutz des Grundwassers getan würde. Eine Entscheidung des europäischen Gerichtshofes steht noch aus, ob die Bundesregierung weiterhin gegen die EU-Nitratrichtlinie verstößt und noch einmal nachbessern und nachzahlen muss.

Dazu sagte Hubert Weiger vom BUND: „Im Interesse der Gesellschaft, auch der Bauern, brauchen wir eine bäuerliche, ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft. Zum Schutz des Grundwassers, der Bäche, Flüsse und Meere, ist es v.a. notwendig, die Tierbestände Schritt für Schritt auf ein artgerechtes Maß zu reduzieren. Daher fordert der BUND höhere Standards, die Einführung der flächengebundenen Tierhaltung sowie Maximalobergrenzen pro Standort.“
Wir halten es für zentral, die nun bestehenden Verordnungen zum Düngerecht auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Wenn Grundwasser und Flüsse – und in der Folge die Meere – nicht ausreichend geschützt werden, muss es zu weiteren Maßnahmen gegen den massiven Nitrateintrag kommen.
Gleichzeitig geht es aber auch darum, zu beachten, was die Düngeverordnung auf den Bauernhöfen bewirkt – denn leider heizt sie auch das Höfesterben an: Auf die Betriebe kommen hohe Kosten für die Nachrüstung ihrer Gülle-Lager, sowie ihrer Ausbringungstechnologie zu. Gülle muss künftig länger gelagert und umweltschonender ausgebracht werden. Solche Investitionen passen sich kaum an die Größe oder Umsätze der Betriebe an und fallen kleineren Höfen schwerer als größeren.
Die Konzentration auf immer weniger, immer größere Betriebe steht einer vielfältigen Agrarstruktur, partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern sowie lebendigen Dörfern entgegen. Deshalb muss die Bundesregierung auch die Verbesserung der Düngeverordnung mit aktiven Maßnahmen gegen Betriebsaufgaben verbinden. Insbesondere kleinere Betriebe brauchen unbürokratische Unterstützung dabei, ihre Tierhaltung umzustellen und die Vorgaben der Verordnung erfüllen zu können.

Am Dienstag, den 27.02. nimmt Umweltministerin Barbara Hendricks die Unterschriften entgegen. Hier geht es zur Pressemitteilung des Bündnisses.

Weitere Informationen unter: www.guelleverschmutzung-stoppen.de

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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