Verbände-Aufruf: Exportwahnsinn stoppen

Der europäische Michmarkt steckt in einer Krise: Die Milchpreise sind im Keller, viele Höfe kämpfen ums Überleben – und den Kühen samt ihren Halter*innen droht ein massiver Industrialisierungs-Schub, damit noch billiger produziert werden kann.

Aktion Agrar hat zusammen mit 20 Verbänden an den Bundesagrarminister Schmidt appelliert, nicht weiter derart auf Export und Mengensteigerung zu setzen. Statt zu einem Exportgipfel, wie der Minister ihn für Oktober plant, sollte er zu einem Milchgipfel einladen. Gestärkt werden sollen die Betriebe, die jetzt auf eine Qualitäts-Offensive und auf freiwillige Milchmengen-Reduktion setzen. Das kann nicht nur die Preise retten, sondern auch Tier, Mensch und Umwelt gut tun.

Zum Monatswechsel fand jetzt die halbjährliche bundesweite Agrarministerkonferenz statt. In Fulda standen einmal mehr zwei landwirtschaftliche Lager gegenüber: Während der Bauernverband den Export aus Ausweg preist und Milchpulver rund um die Welt verschiffen will, warnen der Bund der Milchviehhalter und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft vor dieser Strategie. Letztlich müssen wir den Exportwahnsinn stoppen – sonst werden Tausende von Milch-Betrieben aufgeben und die verbleibenden Ställe immer größer. Wir erreichen dann wie bei Schweinen und Hühnern eine Dominanz von Tierfabriken und eine Verdrängung von Weidehaltung und bäuerlichen Höfen.

Lese hier den Verbände-Aufruf zur AMK

 


Bild: Px4u by Team Cu29 / CC

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Leonie Dorn
Leonie Dorn

Vergisst beim Anblick von Klatschmohn all ihre Sorgen und trauert Jon Stewart immer noch nach.

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