Eine Woche unterwegs durch Mecklenburg-Vorpommern – auf der Suche nach der Zukunft der Weidetierhaltung.
Mit 27 Teilnehmenden legten wir in sechs Tagen rund 200 Kilometer und 1.000 Höhenmeter durch Mecklenburg-Vorpommern zurück. Unter dem Motto „Auf die Weide, fertig, los!“ besuchten wir fünf Weidetierhaltungsbetriebe, die Flächenagentur Mecklenburg-Vorpommern und den Wollverarbeiter Nordwolle. Überall trafen wir Menschen, die sich tagtäglich dafür einsetzen, dass Weidelandschaften eine Zukunft haben. Gemeinsam gingen wir der Frage nach, welche Rolle Weidetiere für Artenvielfalt, Klima und eine zukunftsfähige Landwirtschaft spielen und was es von politischer Seite braucht, damit diese Form der Landwirtschaft auch künftig eine Perspektive hat.
Komm mit uns auf Entdeckungsreise!

Tag 1 – Montag, 15.6
Start mit kalter Brise in Demmin
Nach und nach trifft die Gruppe in Demmin ein. Gemeinsam legen wir die ersten Kilometer unser Radtour zur ersten Station zurück: dem Hof Ulenkrug.

Die erste Etappe führt von Demmin nach Stubbendorf zum Hof Ulenkrug
Schon auf dem Bahnhofsvorplatz in Demmin beginnt unsere Tour. Nach und nach rollen Regionalzüge ein und mit ihnen immer mehr Menschen, Fahrräder und Gepäck. Zwischen Fahrradtaschen und bei einer frischen Brise werden erste Namen ausgetauscht, bunte Wimpel bemalt und vorsorglich noch eine Kleidungsschicht mehr angezogen.
Dann geht es los. Schon in den ersten Kilometern entstehen Gespräche auf dem Rad. Wir verlassen Demmin, rollen durch kleine Dörfer, vorbei an Wiesen und Feldern und immer wieder über die für Mecklenburg typischen holprigen Panzerplatten.

Nach knapp drei Stunden kommen wir am Hof Ulenkrug an und schnell entsteht zwischen den Obstbäumen ein buntes Zeltlager. Zum Tagesabschluss geben wir eine kurze Einführung in das Thema der Woche. Warum beschäftigt sich Aktion Agrar so intensiv mit Weidetierhaltung? Unsere Antwort: Eine Agrarwende kann nur gemeinsam mit den Menschen gelingen, die Landwirtschaft betreiben. Genau deshalb wollen wir auf dieser Tour Begegnungsräume schaffen und voneinander lernen.


Bis spät in den Abend treffen die letzten Teilnehmenden auf dem abgelegenen Hof ein. Am Dienstagmorgen ist unsere Gruppe komplett: 27 Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg, die Zukunft der Weidetierhaltung für eine Woche zu erkunden.
Tag 2 – Dienstag, 16.6
Zwei Höfe, zwei Welten
Vom gemeinschaftlich organisierten Longo-Maï-Hof Ulenkrug geht es weiter zum Landgut Teschow. Zwei völlig unterschiedliche Betriebe zeigen, wie vielfältig (Weide-)Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern aussieht.

Die zweite Etappe führt nach einer Führung beim Ulenkrug und auf dem Ökohof Liescher in Teschow zur Jugendherberge Teterow.
Gemeinschaftliche Landwirtschaft im Longo-Maï-Höfenetzwerk
Mit dem Krähen des Hahns beginnt unser erster richtiger Tourtag. Zwischen den Obstbäumen unseres kleinen Zeltlagers schlendern wir zum Frühstück, bevor uns Till, Jule und Matthias eine Führung zum 50ha großen Hof Ulenkrug geben – im Fokus dabei heute die Schafhaltung auf ihren Dauergrünlandflächen.
Till ist gelernter Schäfer und arbeitet seit dreieinhalb Jahren auf dem Hof, vor allem mit den Kühen. Jule lebt seit 15 Jahren auf dem Ulenkrug und kümmert sich um Schafe, Pferde und den Ackerbau. Matthias ist bereits seit 30 Jahren Teil der Gemeinschaft. Sein Schwerpunkt liegt in der Zimmerei, dem Obstgarten und dem Agroforst. Schnell wird deutlich: Hier gibt es zwar verschiedene Verantwortungsbereiche, aber gearbeitet wird gemeinsam.
Der Hof gehört zum europäischen Longo-Maï-Netzwerk, das seit den 1970er-Jahren gemeinschaftliche Landwirtschaft- und Lebensgemeinschaften unterstützt und in mehreren europäischen Ländern aktiv ist. Die einzelnen Höfe ergänzen sich gegenseitig: Während beispielsweise in Frankreich die Spinnerei angesiedelt ist, stammt ein Teil der dort verarbeiteten Wolle von den Schafen des Ulenkrugs. Der Hof ist das einzige offizielle Longo-Maï-Projekt in Deutschland.

Auf den Weiden besuchen wir die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe mit ihren Lämmern. Die robuste Rasse kommt gut mit den mageren Standorten zurecht und benötigt keine Zufütterung. Die Tiere beweiden die Flächen im Wechsel mit den Rindern. Ihre Wolle wird innerhalb des Longo-Maï-Netzwerks verarbeitet und unter anderem auf Weihnachtsmärkten in der Schweiz verkauft.

Überhaupt spielen Kreisläufe auf dem Hof eine zentrale Rolle. Neben Schafen leben hier Kühe, Schweine und Geflügel. Dazu kommen Gemüse-, Obst- und eigentlich auch Getreidebau, der zurzeit aber ausgesetzt ist, da es insgesamt gerade zu wenig Kommunard:innen gibt und gemeinschaftliches Anpacken gerade an anderer Stelle gebraucht wird z.B. bei Renovierungsarbeiten. Ab 2028 will Jule jedoch wieder mit dem Getreide starten. Der Gemüsegarten versorgt rund 30 bis 40 Menschen ganzjährig mit Lebensmitteln. Geschlachtet wird nur zweimal im Jahr und anschließend über Direktvermarktung vor allem nach Rostock, Greifswald und Berlin verkauft.
Aktuell leben 18 Erwachsene und fünf Kinder auf dem Hof. Die Gruppe organisiert vieles gemeinschaftlich und teilt Arbeit genauso wie Einkommen und Verantwortung fair. Wer den Hof kennenlernen möchte, kann bei den jährlichen Holzwochen oder den Anpacktagen z.B. zur Kartoffel- und Apfelernte mithelfen. Arbeit und Platz für weitere Menschen gibt es nach Aussage der Gemeinschaft durchaus.

Beeindruckt hat uns hier besonders die weitgehende Selbstversorgung, das Kreislaufdenken und eine passionierte langfristige Planung und Förderung von Lebensräumen und Artenvielfalt. Sei es bei der Beweidung von Niedermoorflächen, der idyllischen Streuobstanlage, dem Agroforst,der Wiederbewaldung einer mehrere Hektar großen Fläche oder der Entscheidung, bei der Mahd die Wiese bewusst nicht ganz kurz zu schneiden..
Nach einem Mittagsimbiss schwingen wir uns wieder auf die Räder. Die nächsten 30 Kilometer führen uns zum Ökohof Liescher am Teterower See.

Zwischen Bio-Schweinen und Mutterkühen auf dem Ökohof Liescher
Auf dem Weg dorthin scheint die Sonne ordentlich auf uns herab. Angekommen auf dem Betriebsgelände in Teschow begrüßen uns drei Generationen der Familie Liescher. Oma Liescher überrascht uns mit einer Runde Eis, bevor wir durch Ulrike und Georg Liescher über den Betrieb geführt werden. Beide leiten sie das Landgut Teschow gemeinsam. Und auch ihre Kinder sind in den Betrieb mit eingestiegen und begleiten uns bei der Führung.

Der Besuch könnte kaum einen größeren Kontrast zum Hof Ulenkrug darstellen. Während dort gemeinschaftliches Leben, Selbstversorgung und vielfältige Kreisläufe im Mittelpunkt standen, lernen wir nun mit dem Landgut Teschow einen stark arbeitsteiligen und wirtschaftlich eng kalkulierten Betrieb kennen. Gerade dieser direkte Vergleich macht die Tour so spannend. Kein Wunder, dass es viele, viele Fragen gibt. Während wir mit Betriebsleiter Liescher über den Hof laufen, wird deutlich, wie vielfältig der Betrieb aufgestellt ist. Zum Landgut Teschow gehören der Ökohof Liescher mit einer Bio-Schweinehaltung mit Jungsauenzucht und eine extensive Bio-Mutterkuhherde, aber auch konventionelle Milchvieh-, Legehennen- und Ackerbaubetriebe.
Die Entscheidung, bereits 1998 auf ökologische Schweinehaltung zu setzen, hatte dabei weniger ideologische als ganz praktische Gründe: Aufgrund der Nähe zum Teterower See und der damit verbundenen Anforderungen an den Grundwasser- und Gewässerschutz wäre eine konventionelle Schweinehaltung an diesem Standort kaum genehmigungsfähig gewesen. Gleichzeitig können die ausgedehnten Niedermoor- und Grünlandflächen rund um den See durch die extensive Mutterkuhhaltung sinnvoll genutzt werden. Die heutige Mischung aus ökologischen und konventionellen Betriebszweigen ist somit das Ergebnis vieler wirtschaftlicher und standortbedingter Abwägungen.

Wir beobachten von den Betriebsgebäuden aus die Fleckvieh-Mutterkühe aus der Ferne auf einer Fläche am Teterower See. Das Grünland liegt größtenteils auf Niedermoorböden und wird über Gräben und Schöpfwerke entwässert. Gleichzeitig wird derzeit vielerorts über Wiedervernässung als Klimaschutzmaßnahme diskutiert. Für den Betrieb würde das bedeuten, große Teile der heutigen Mutterkuhhaltung nicht behalten zu können. Dies macht die komplexen Zielkonflikte rund um Moor- und Klimaschutz deutlich. Während Wiedervernässung ist aus Klimasicht sinnvoll ist, stellt sie Betriebe wie den Ökohof Liescher vor große Herausforderungen – und ganz praktische Abwägungen. Denn an nasse Gründlandstandorte angepasste Wasserbüffel bringen ganz andere Anforderungen – z.B. an die Schlachtung.
Die Lieschers legen hier gleich nach: Es gibt auch große strukturelle Probleme. Für Bio-Schweine gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keinen geeigneten Schlachthof mehr. Die Tiere müssen deshalb bis nach Schleswig-Holstein transportiert werden. Und: Gleichzeitig machen Trockenheit und Hitzesommer den Flächen und dem Betrieb zunehmend zu schaffen.

In den Gesprächen geht es deshalb immer wieder auch um politische Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Souveränität über die eigenen Betriebsdaten. Gleichzeitig erzählt Herr Liescher, dass er auch den Ackerbau gerne vollständig auf Bio umstellen würde – wenn geeignete Technik verfügbar wäre, die eine Bewirtschaftung ohne Herbizide ermöglicht.
Mit vielen neuen Eindrücken verlassen wir den Hof und radeln weiter zu unserem nächsten Übernachtungsplatz auf dem Gelände der Jugendherberge Teterow.
Globale Perspektive der Weidetierhaltung
Nachdem die Zelte im Garten aufgebaut sind, das Abendessen gegessen ist und einige Teilnehmenden auch den Sprung ins kühle Nass des Teterower Sees gewagt haben, versammeln sich diejenigen, die nach dem langen Radtag noch Energie haben, im Seminarraum der Herberge.

Globale Perspektiven zur Weidehaltung am Abend (Foto: M. Krack)
Per Video zugeschaltet ordnet Thomas Hoerz, Agrarwissenschaftler und Entwicklungsexperte, die weltweite Bedeutung extensiver Weidesysteme ein. Er spricht über Bodendegradierung, die Herausforderungen pastoraler Lebensweisen und darüber, welche Rolle Weidetierhaltung weltweit für Ernährungssicherung und den Erhalt von Ökosystemen spielt. Anschließend berichtet uns Leonida Odongo, Politologin, Soziologin und Aktivistin für soziale Gerechtigkeit in Kenia, über die Lebensrealität von Weidetierhaltenden in Ostafrika und beleuchtet dabei insbesondere feministische Perspektiven auf pastorale Gemeinschaften.
Mit diesem Blick über die Grenzen Deutschlands geht ein langer Tag zu Ende.
Tag 3 – Mittwoch, 17.6
Artenreiche Landwirtschaft auf dem Hof Rosin
Auf dem Hof Rosin und bei der Flächenagentur wird deutlich, welche Rolle Förderpolitik für die Zukunft der Weidetierhaltung spielt.

Die dritte Etappe für uns vom Teterower See hin nach Kirch Rosin und dann weiter nach Güstrow.
Artenreiche Landwirtschaft auf dem Hof Rosin
Während wir entspannt beim Frühstück zusammensitzen und den anstehenden Tag besprechen, trocknen unsere Zelte in der Morgensonne auf dem Netz des Volleyballfeldes. Die Nacht war noch frisch, doch die Sonne gewinnt inzwischen an Kraft. Kurz darauf schwingen wir uns wieder auf die Räder. Unterwegs legen wir noch einen kleinen Zwischenstopp an einer Hofgemeinschaft zweier Mitfahrender mit Hofladen ein. Danach geht es weiter zum Hof Rosin.
Mitten auf einer Anhöhe zwischen Wiesenblumen haben Sandra, Thomas und Tochter Hannah Bandt Biertischgarnituren aufgebaut. Auf den Tischen stehen hübsche Vasen mit bunte Sommerblumen. Es sind dieselben Arten, die auch ringsherum auf der Weide blühen. Ein schöner Rahmen für einen Hof, auf dem Artenvielfalt nicht nur ein Schlagwort ist.

Beim gemeinsamen Essen erzählt die Familie von der Entwicklung ihres Betriebs, den sie seit 1991 aufgebaut hat. Heute bewirtschaften sie rund 800 Hektar Grünland und 350 Hektar Acker, auf dem Winterfutter, Getreide und Körnerleguminosen wachsen. Zum Betrieb gehören rund 350 Mutterkühe, 50 Pommernschafe, einige Pferde sowie eine Schweinemast mit etwa 3.000 Tieren pro Jahr auf 1.500 Mastplätzen. Die Flächen liegen weit verstreut rund um Güstrow – in einem Radius von etwa 30 Kilometern.
Besonders spannend finden wir, dass die Familie bewusst einen Teil ihrer Ackerflächen wieder in Grünland umgewandelt hat. Gleichzeitig nimmt der Betrieb am Programm „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ von WWF und EDEKA teil. Der Zuschlag aus dem Programm ist für den Hof ein wichtiger Baustein.

Gleichzeitig wird deutlich, dass extensive Weidehaltung wirtschaftlich nicht mit Ackerbau konkurrieren kann. Soll Weidehaltung trotzdem erhalten bleiben und ihre Leistungen für Artenvielfalt, Klima und Landschaftspflege erbringen, braucht sie eine verlässliche öffentliche Förderung. Genau hier liegen die Sorgen der Familie: Mit Blick auf die derzeitigen Debatten zur zukünftigen EU-Agrarpolitik befürchten sie, dass Agrarumweltprogramme und andere Förderinstrumente geschwächt werden könnten.
Für uns wird hier ein zentrales Spannungsfeld der Tour sichtbar: Die Politik fordert mehr Artenvielfalt, Klima- und Naturschutz. Gleichzeitig stehen genau die Förderinstrumente zur Diskussion, die Betriebe für diese Leistungen heute benötigen. Und gerade Betriebe, die sich wie der Hof Rosin besonders für solche Leistungen engagieren, könnten die Leidtragenden in der Zukunft sein. Wenn Förderungen wegfallen, kann extensive Weidehaltung nicht weiter bestehen.

Diese Gedanken nehmen wir mit, als wir den Hof verlassen. Immer deutlicher wird, dass die Zukunft der Weidetierhaltung auch in den politischen Debatten über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der EU entschieden wird. Mit diesen Fragen im Gepäck fahren wir weiter Richtung Güstrow, wo wir sie am nächsten Tag auch in einer politischen Aktion zur Sprache bringen wollen.
Das Prinzip der Ökokonten bei der Flächenagentur Mecklenburg-Vorpommern
Angekommen bei der Flächenagentur Mecklenburg-Vorpommern werden wir von Geschäftsführer Björn Schwake und Projektplaner Thorsten Manthey begrüßt. Nach den Gesprächen auf den Höfen tauchen wir nun in eine ganz andere Perspektive ein: Wie werden Naturschutzmaßnahmen eigentlich finanziert?

Thorsten Manthey erklärt uns das Prinzip der Ökokonten. Naturschutzmaßnahmen werden dabei bereits im Voraus umgesetzt und später als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft angerechnet. Schnell wird deutlich, dass hinter den Ökopunkten nicht nur ökologische, sondern auch politische Entscheidungen stehen: Welche Eingriffe kompensiert werden dürfen und welche Maßnahmen wie viele Punkte erhalten, wird politisch festgelegt. Für uns bleibt dabei eine zentrale Frage: Wie sinnvoll ist ein System, das die Zerstörung von Natur an einem Ort durch Naturschutzmaßnahmen an einem anderen Ort ausgleicht? Und braucht es künftig nicht stärker das Ziel, Natur insgesamt wiederherzustellen, statt Verluste lediglich zu kompensieren?
Die Aktionsplanung ist im Gange
Am Abend gibt es zur Stärkung Nudeln mit veganer Bolognese, die unser Tourkoch Mirko für die ganze Gruppe gekocht hat – und die nach einem langen Radtag begeistert angenommen werden. Nach dem Abendessen wird es vor unserer Aktion an nächsten Morgen in Güstrow noch einmal geschäftig.
Bevor die Bastelarbeit Fahrt aufnimmt, gibt es eine gemeinsame agrarpolitische Einordnung. Wir sprechen über die Wiederherstellungsverordnung, die anstehenden Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik und die Bedeutung der zweiten Säule für die Zukunft der Weidetierhaltung. Dabei wird deutlich, wie sehr die Eindrücke und das Gehörte und Gesehene der vergangenen Tage unseren politischen Forderungen prägen. So fließen unsere Erfahrungen auf den Höfen ganz selbstverständlich in unsere Botschaften für den nächsten Tag ein.

Viele Teilnehmende sitzen noch lange zusammen. Es wird gemalt, gebastelt, geschnitten und geklebt. Bunte Aktionsschilder entstehen, zahlreiche kleine Pappschafe werden zusammengebaut und mit winzigen Demo-Schildern versehen. Zwischendurch wird gelacht, weiterdiskutiert und sogar ein eigener Weidesong gedichtet – frei nach der Melodie von „Die Affen rasen durch den Wald“.
Unser großes Banner wird an die Wand projiziert und abgemalt. Das Motiv: „Schäfer:in im Sturm“ – angelehnt an eine Skulptur des Bildhauers Ernst Barlach, der in Güstrow wirkte und mit dessen Namen sich die mecklenburgische Stadt als Barlachstadt schmückt und wirbt. Die Aufregung vor dem nächsten Tag ist spürbar: Morgen wollen wir unsere Erkenntnisse nicht nur miteinander teilen, sondern auch auf dem Pferdemarkt in Güstrow in die Öffentlichkeit und in die Politik tragen.
Tag 4 – Donnerstag, 18.6
Aktion auf dem Güstrower Pferdemarkt
Auf dem Güstrower Wochenmarkt machen wir unsere Aktion für die Weidehaltung: Wir kommen mit Menschen ins Gespräch und übergeben unsere Forderungen an das Landesministerium. Danach besuchen wir das Weideland Qualitz.

Für die vierte Etappe geht es für uns zunächst nach Güstrow auf den Pferdemarkt und dann weiter nach Qualitz.
Aktion auf dem Pferdemarkt Güstrow
27 Radfahrende tummeln sich rund um den Borwinbrunnen am Alten Postamt in Güstrow. Auf dem Platz herrscht reges Treiben, denn hier findet an diesem Vormittag auch der Wochenmarkt statt. Rund um den Brunnen stehen große Pappschafe mit Demoschildern, unser großes Banner und Auslagen unserer Infomaterialien. Schnell verteilen sich die Teilnehmenden über den Platz, kommen mit Passant:innen ins Gespräch, verteilen Flyer und laden dazu ein, sich für unsere Fotoaktion mit einem Pappschaf fotografieren zu lassen und ihre Gedanken zur Zukunft der Weidetierhaltung aufzuschreiben.

Schon nach kurzer Zeit entstehen überall kleine Gesprächsrunden. Es geht um Schafe, Kühe, Artenvielfalt, Landwirtschaft und die Frage, wie unsere Landschaften in Zukunft aussehen sollen. Viele Menschen begegnen uns offen und neugierig. Kinder freuen sich über die kleinen Pappschafe zum Mitnehmen und so bleiben viele Passant:innen deutlich länger stehen als ursprünglich geplant. Ältere Besucher:innen erzählen uns häufig von ihren eigenen Erfahrungen in der Landwirtschaft oder von den Höfen ihrer Eltern und Großeltern.
Gerade diese Gespräche zeigen uns, wie tief das Thema in der Region verwurzelt ist. Für viele ist Weidetierhaltung weit mehr als ein Wort. Sie gehört zum Landschaftsbild, zur eigenen Biografie und zu dem, was Mecklenburg-Vorpommern ausmacht.
Politische Gespräche auf dem Pferdemarkt
Gegen Mittag begrüßen wir den Abteilungsleiter Naturschutz des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Jörn Mothes. Nach einer kurzen Vorstellung der Radtour und einem gemeinsam gesungenen Weidelied stellt Tim von Aktion Agrar die Forderungen vor, die wir aus den Gesprächen der vergangenen Tage auf den Höfen, mit der Flächenagentur und weiteren Akteur:innen entwickelt haben. Anschließend werden sie symbolisch an Herrn Mothes übergeben.
In seinem Grußwort spricht Jörn Mothes über die schwierigen Verhandlungen zur künftigen EU-Agrarpolitik sowie über die Herausforderungen, vor denen Weidetierhaltende stehen – von regionalen Vermarktungsstrukturen über Bürokratie bis hin zum Herdenschutz.

In der anschließenden Diskussion wird deutlich, wie komplex viele der angesprochenen Zielkonflikte sind. Mothes beschreibt, dass Natur- und Landwirtschaftspolitik innerhalb des Ministeriums häufig gemeinsam Lösungen finden müssten, unterschiedliche Interessen dabei aber nicht immer leicht zusammenzubringen seien. Gleichzeitig zeigt er sich dankbar für den direkten Austausch mit den Teilnehmenden der Radtour und nimmt unsere Forderungen mit nach Schwerin.
Eigentlich hätte auch Schäferin Susanne Petersen (auch Vorsitzende des Schaf- und Ziegenzuchtverband MV) ein Grußwort halten sollen. Leider hatte sie uns kurzfristig terminlich absagen müssen, weswegen eine Teilnehmerin stattdessen einen Brief von ihr vorliest. Darin würdigt sie die Bedeutung der Weidetierhaltung und die bisherigen Bemühungen des Landes würdigt. Gleichzeitig fordert aber auch sie eine langfristige Absicherung der Förderinstrumente.

Für uns ist dieser Austausch ein gelungener Abschluss unserer Aktion und viele Passant:innen haben auch unseren Appell noch einmal vor Ort in Gütrow unterschrieben. Viele der Themen, die uns auf den Höfen begegnet sind – von der Zukunft der GAP über den Grünlandschutz bis zur wirtschaftlichen Situation der Weidetierhaltung – finden sich auch in den Gesprächen mit Herrn Mothes wieder. Die Tour zeigt immer wieder, wie eng praktische Landwirtschaft und Agrarpolitik miteinander verbunden sind.
Weideland Qualitz
Nach unserer Aktion in Güstrow schwingen wir uns wieder auf die Räder. Wenig später erreichen wir das Weideland Qualitz und treffen hier schließlich doch noch Schäferin Susanne Petersen. Wir nehmen im Schatten einer alten Eiche im Gras am Rande ihrer Weiden Platz. Vor uns grasen die Dorper-Schafe. Zwei weiße Pyrenäenberghunde behalten die Herde aufmerksam im Blick, während Susannes Collies immer wieder neugierig zwischen uns umherflitzen und sich streicheln lassen. In der Ferne sind außerdem die braunen Angus-Rinder und die Fjordpferde zu sehen – auch sie gehören zum Betrieb.

Susanne und ihr Mann seien „Tierzüchter von Herzen“, erzählt sie uns. Sie haben den Betrieb vor einigen Jahren von Vorpommern nach Qualitz verlegt. Bei ihrer Zuchtphilosophie geht es nicht darum, dass die Tiere möglichst viel leisten, sondern dass sie gut mit dem zurechtkommen, was ihnen der Standort bietet. Bei der Auswahl der Zuchttiere spielen deshalb Robustheit, Futterverwertung, gute Muttereigenschaften, gesunde Klauen und Euter sowie ein ruhiges Wesen eine große Rolle. Schmunzelnd beschreibt sie die Zucht als „ein bisschen wie Gott spielen“, mit dem Ziel, gesunde und an die Bedingungen angepasste Tiere hervorzubringen.
Auch ihr Weidemanagement folgt diesem Gedanken. Die Schafe beweiden die Flächen zuerst, anschließend folgen die Angus-Rinder. So wird das Futter optimal genutzt und gleichzeitig der Parasitendruck auf den Flächen reduziert. Medikamente sollen möglichst gar nicht erst nötig werden. „Man muss nah am Tier sein“, erklärt Susanne. Wer seine Tiere gut kennt, erkenne früh, wenn etwas nicht stimme.

Ein weiteres Thema sind die Herdenschutzhunde. Nachdem es in den Anfangsjahren Wolfsrisse gegeben hatte, investierte der Betrieb in Zäune und Pyrenäenberghunde. Die Materialkosten wurden gefördert, die viele zusätzliche Arbeit jedoch nicht. Überhaupt, erzählt Susanne, seien Schafe deutlich arbeitsintensiver als viele vermuten. Rund 60 Prozent ihrer Arbeitszeit entfielen allein auf den Zaunbau und das Umsetzen der Herden.
Wir haben viele Fragen mitgebracht. Kaum ist eine Frage beantwortet, melden sich schon die Nächsten. Es geht um Zucht, Vermarktung, Herdenschutz, Förderprogramme, Tiergesundheit und den Alltag einer Schäferei. Das große Interesse zeigt, wie sehr die Gespräche der vergangenen Tage den Blick auf die Weidetierhaltung verändert haben.
Ein ruhiger Abend
Nach diesem ereignisreichen Tag erreichen wir am Abend das Gutshaus Schependorf. Wir werden herzlich empfangen und schlagen unsere Zelte unter der großen Rotbuche im Garten auf. Das Camp ist einfach, aber gemütlich: Komposttoilette, Gartendusche und – zur Freude der Mücken – viele gut gelaunte Radfahrer:innen.
Tag 5 – Freitag, 19.6
Wertschöpfung für Wolle
Bei Nordwolle erfahren wir, wie heimische Schafwolle wieder einen Wert bekommt. Der anschließende Abend auf dem Olgashof bildet einen stimmungsvollen Abschluss der gemeinsamen Woche.

Auf unserer letzten Etappe radeln wir von Schependorf über Teplitz zum Olgashof bei Wismar.
Nordwolle – Wenn Wolle wieder einen Wert bekommt
Unser Ziel heute ist die gläserne Produktion von M.S. Nordwolle in Teplitz bei Wismar. Dort entwickelt und produziert das Unternehmen Kleidung und Heimtextilien aus der Wolle bedrohter europäischer Landschafrassen – darunter auch der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe, denen wir bereits auf dem Hof Ulenkrug begegnet sind. Auch Familie Brandt vom Hof Rosin lieferte kurz vor unserem Besuch die Wolle ihrer Schafe. Mit der Produktion in Teplitz möchte Nordwolle regionale Wertschöpfung stärken und der heimischen Schafwolle wieder einen wirtschaftlichen Wert geben.

Mitarbeiterin Lara führt uns mit durch die Produktionstätte. Zwischen Maschinen, Stoffbahnen und fertigen Decken erzählt sie, wie hier aus einem oft unterschätzten Rohstoff hochwertige Produkte entstehen. Gründer Marco Scheel hielt bereits als Jugendlicher Schafe und stellte sich früh die Frage, warum die Wolle heimischer Schafe heute oft kaum noch einen Wert besitzt oder zum größten Teil kompostiert wird. Er brachte sich das Spinnen und Stricken selbst bei und gründete 2013 Nordwolle mit dem Ziel, der heimischen Schafwolle wieder einen Wert zu geben und die gesamte Wertschöpfungskette möglichst regional aufzubauen.

Nordwolle produziert überwiegend direkt auf Bestellung. Während des Rundgangs wird deutlich, wie viel Handarbeit und Know-how in jedem Produkt steckt. In Teplitz entstehen in der Näherei Decken, Kissen und Bekleidung, darunter Jacken, Pullover.
Besonders spannend finden wir, dass Nordwolle heimische Schafwolle von großen Schäfereien und kleinen Hobbyhaltungen annimmt. Die Wolle stammt unter anderem von Schäfer:innen aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen sowie von vielen kleineren Betrieben. Gleichzeitig wird deutlich, dass regionale Wertschöpfung heute nicht bedeutet, dass jeder Verarbeitungsschritt vor Ort stattfinden kann. Für die schonende Wollwäsche geht die Wolle zunächst nach Portugal, bevor sie über Garnspinnereien und Tuchfabriken in Süddeutschland schließlich in Teplitz vernäht wird. Viele Verarbeitungsschritte sind in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen.


Auf dem Rundgang lernen wir noch einmal, warum Wolle ein so besonderer Rohstoff ist: Sie wirkt temperaturausgleichend, ist wasser- und schmutzabweisend sowie schwer entflammbar – und das ganz ohne synthetische Zusätze.
Für uns schließt sich hier ein Kreis. Auf den Höfen haben wir erlebt, wie viel Arbeit in der Weidetierhaltung steckt. Bei Nordwolle wird deutlich, dass ihre Zukunft nicht nur von den Höfen selbst abhängt, sondern auch davon, ob es gelingt, regionale Verarbeitung und Wertschöpfung wieder aufzubauen. Sie braucht auch Menschen und Unternehmen, die dem Rohstoff wieder einen Wert geben.
Zum Abschluss bekommen wir Kuchen und Wassermelonenlimo serviert. Dann machen wir uns guter Dinge in der nun wieder unerbittlich vom Himmel knallenden Sonne auf den Weg zum Olgashof.
Kommunenleben auf dem Olgashof
Am späten Nachmittag erreichen wir den Olgashof. Einige bauen noch schnell ihre Zelte auf, die meisten freuen sich nach den vergangenen Nächten aber über ein Bett. Nach einer heißen Dusche wartet bereits unser gemeinsames Abschlussessen auf uns: Burger mit leckeren Veggie-Pattys und knusprigen Rosmarinkartoffeln – ein würdiger Ausklang für den letzten gemeinsamen Abend.
Anschließend nimmt uns Mitbegründer Uwe Kurzbein mit über das Gelände des Olgashofs. Seit 1997 leben und arbeiten hier Menschen gemeinschaftlich. Beim Rundgang entdecken wir Werkstätten, Ateliers, eine Backstube, das Tagungshaus und viele weitere Orte, an denen gearbeitet, gelebt und Projekte umgesetzt werden. Uwe erzählt offen von der Entstehung der Gemeinschaft, den Herausforderungen des Zusammenlebens und den Veränderungen, die der Hof in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Wie schon bei den Stationen zuvor bleibt es nicht bei einem Vortrag – immer wieder entstehen Gespräche und zahlreiche Fragen aus der Gruppe.

Nach einer Woche voller neuer Eindrücke fühlt sich dieser Ort wie ein passender Abschluss an. Noch einmal sitzen wir bis spät in den Abend zusammen. Wir sprechen über die vergangenen Tage, tauschen Kontaktdaten aus, schmieden erste Pläne für eigene Aktionen für die Weidehaltung und blicken gemeinsam auf eine Woche zurück, in der wir nicht nur viel gelernt haben, sondern auch als Gruppe eng zusammengewachsen sind.
Tag 6 – Samstag, 20.6
Abschied in Wismar
Die Woche endet mit einem gemeinschaftlichen Blick zurück und nach vorn. In Wismar trennen sich unsere Wege, aber es bleiben Erinnerungen, Kontakte und Ideen für die Zukunft.

Unsere kurze letzte Etappe geht vom Olgashof zum Bahnhof in Wismar.
Abschied in Wismar
Am letzten Morgen ist die Stimmung gemischt. Die Woche ist schneller vergangen, als viele erwartet hatten, und die zahlreichen Eindrücke beginnen sich erst langsam zu setzen. Nach dem Frühstück kommen wir noch einmal in großer Runde zusammen und blicken gemeinsam auf die vergangenen sechs Tage zurück.
202 Kilometer und rund 1.000 Höhenmeter liegen hinter uns. Dazu unzählige Gespräche, fünf sehr unterschiedliche Höfe, politische Diskussionen, eine Aktion auf dem Güstrower Wochenmarkt und nur drei platte Reifen, die uns glücklicherweise nie lange aufhielten.
In Zweiergesprächen tauschen wir uns darüber aus, welche Erkenntnisse uns besonders bewegt haben. Auch lenken wir den Blick in die Zukunft und gaben Impulse wie jede/r Einzelne sich auch nach der Tour weiter für Weidetierhaltung einsetzen kann. In der gemeinsamen Auswertung wird deutlich, wie bereichernd die Woche für viele war. Besonders hervorgehoben werden die Offenheit innerhalb der Gruppe, die vielen Gespräche unterwegs auf dem Fahrrad, die Hofbesuche, das Awareness-Team sowie das fantastische Essen unseres Tourkochs Mirko und seiner wechselnden Küchenhelfer:innen. Selbst die spontanen Badepausen schaffen es in die Liste der schönsten Erinnerungen.

Schließlich werden die letzten Taschen im Transporter verstaut. Gemeinsam fahren wir nach Wismar, wo sich unsere Wege am Bahnhof trennen.
Zurück bleibt weit mehr als die Erinnerung an eine Fahrradtour. Wir haben gelernt, wie unterschiedlich Weidetierhaltung in der Praxis aussehen kann, welche Herausforderungen Weidetierhaltende täglich bewältigen und wie eng Landwirtschaft, Naturschutz und Politik miteinander verbunden sind. Vor allem aber haben wir Menschen kennengelernt, die sich mit großem Engagement für ihre Tiere, ihre Höfe und unsere Kulturlandschaften einsetzen.

Wir sagen danke!
Danke, an die tolle Gruppe für eure Neugier, Offenheit und euer Engagement während der Woche – es hat Spaß gemacht mit Euch!
Und danke vor allem auch allen, die diese Radtour auch finanziell ermöglicht haben.






Noch Fragen?
Warum eine Radtour zum Thema Weidetiere?
Für uns schließt das Thema gut an vorhergehende an: Wir haben zur Tierzahlreduktion gearbeitet und gegen Futtermittelimporte. Dort und seit unserer Gründung haben wir eine flächengebundene Tierhaltung gefordert. Wir brauchen für die Zukunft auf unserem Planeten deutlich weniger Nutztiere und vor allem keine Megaställe und Qualzuchten mehr.
Aber wir sind davon überzeugt, dass wir Tiere im Agrarsystem brauchen. Für uns heißt Agrarwende nicht, dass es keine Tierhaltung mehr geben soll. Wir haben uns deshalb entschieden im UN Jahr der Weidehaltung genau dieses Thema aufzugreifen. Auch, weil es weltweit viele indigene Gruppen gibt, die ohne ihre Tiere gar nicht leben könnten. Aber auch, weil wir in Europa mit extensiver Weidehaltung unsere Kulturlandschaften und Hunderttausende von Tier- und Pflanzenarten erhalten können.
Während der Radtour war es uns wichtig, diese unterschiedliche Ansätze kennen zu lernen, Best Practice Höfe zu besuchen und mit Menschen darüber ins Gespräch zu kommen. Und es sollte deutlich werden, dass die Weidetierhaltung nicht nur ökologische, sondern auch globale Gerechtigkeitsfragen berühren: Wer trägt die Hauptlast der Klimakrise, und wessen Produktions- und Konsummuster tragen dazu bei?
Bisherige Maßnahmen sind unzureichend oder unter Druck!
Mehr Unterstützung für die Weidehaltung!
Weidetierhaltung ist zentral für Klima- und Biodiversitätsschutz, zugleich steht der Beruf der Hirt:innen und Weidetierhaltenden zunehmend unter Druck. Wir fordern daher eine stärkere politische Unterstützung und einen verbindlichen Schutz von Weidelandschaften.
Mit der Wiederherstellungsverordnung (eng. Nature Restoration Law) bietet sich jetzt die Chance, nachhaltige Weidehaltung in den nationalen Wiederherstellungsplänen als zentrale Naturschutzmaßnahme zu verankern und langfristig abzusichern. Dafür braucht es:
- die Anerkennung ihrer Naturschutzleistung im deutschen Wiederherstellungsplan
- eine verlässliche und dauerhafte Förderung, u. a. über bestehende Programme und die (EU-)Agrarpolitik
- langfristige Planungssicherheit für Weidetierhaltende und Hirt:innen
Unterstütze unsere Forderungen und unterschreibe die Petition!
Schau dir hier unsere letzten Radtouren an.
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