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Weizen ist eine der am weitesten verbreiteten Nutzpflanzen weltweit. Bäuerinnen und Bauern haben seit jeher Nachbau betrieben, das heißt: sie bewahren einen Teil der Ernte auf, um diesen wieder auszusäen. Derzeit können alle vorhandenen Sorten für Brotweizen nachgebaut werden. Bäuerliche Betriebe sind also nicht darauf angewiesen, jedes Jahr erneut Saatgut zu kaufen. Das ermöglicht ihnen eine gewisse Eigenständigkeit. Den industriellen Saatgutfirmen ist dies jedoch ein Dorn im Auge. Sie können ihren Absatz vergrößern, wenn die Landwirte jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen; bei Hybridpflanzen ist das der Fall.

 

Hybridweizenforschung für Konzerngewinne

In den letzten Jahrzehnten ist es den Marktführern des Saatguthandels weitgehend gelungen, Hybridsaatgut für den Anbau von Roggen, Mais, Soja, Raps, Sonnenblumen, Zuckerrüben und vielen Gemüsesorten zu entwickeln. Damit beherrschen sie mehr und mehr den Markt.
Auch für den Weizenanbau wollen international agierende Unternehmen nun Hybridsorten herstellen und damit nachbaufähige samenfeste Sorten ersetzen. Angesichts der weltweiten Anbauverbreitung des Weizens winkt ein lukratives Geschäft. Der Nachbau von Hybridweizen zur Saatgutgewinnung ist nicht möglich. So würden Bäuerinnen und Bauern dazu genötigt, jedes Jahr neues Saatgut von den Unternehmen zu kaufen.

Seit einigen Jahren fördert die deutsche Regierung mittels verschiedener Programme die gentechnische Forschung zur Erzeugung von Hybridweizen. Das liegt im Interesse der hiesigen Saatgutindustrie – nicht zuletzt von Bayer. Die möglichen Ergebnisse dieser Forschung drohen jedoch, bäuerliche Betriebe in aller Welt in noch größere Abhängigkeit von Saatgutkonzernen zu bringen.

 

Forschungsförderung unter falscher Flagge

Das finanzielle Engagement des deutschen Staates in die Forschungsförderung an Hybridweizen wird offiziell natürlich nicht mit den Gewinnabsichten der Konzerne begründet. Als Rechtfertigung muss die Sorge um die Welternährung herhalten.
Die durch Hybridweizen zu erwartende Ertragssteigerung würde demnach dazu beitragen, die Menge an produzierten Nahrungsmitteln je Flächeneinheit zu steigern und so den Hunger einer wachsenden Weltbevölkerung zu stillen. Entgegen dem, was häufig propagiert wird, hat der Hunger auf der Welt jedoch seine Ursache nicht darin, dass die Nahrungsmittel-Produktion insgesamt unzureichend wäre.

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 Weizen-Not-Kommitee

 

Brot in Not - freier Weizen statt Konzerngetreide!

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Die Ursache für die große Zahl an hungernden Menschen weltweit liegt vor allem darin, dass Menschen in den Ländern des globalen Südens ihrer Ernährungssouveränität beraubt wurden und regionale bäuerliche Strukturen zusammen gebrochen sind. Die meisten Hungernden leben auf dem Land und vom Land. Ihr Zugang zu Land, Wasser und Saatgut wird immer stärker von Investoren eingeschränkt, die noch mehr Futtermittel und Energiepflanzen verkaufen wollen. Saatgut, das technisch nicht mehr nachgebaut werden kann oder rechtlich nicht mehr nachgebaut werden darf, ist dort keine Hilfe. Auch wenn verbesserte Eigenschaften oder höhere Erträge im ersten Anbaujahr versprochen werden.

 

Zukunftsweisende Landwirtschaft braucht bäuerliche Saatgutarbeit

Dort wie hier müssen kleinbäuerliche und dezentrale Saatgutarbeit mit Getreide und die Nutzung vielfältiger Sorten und Mischungen unterstützt werden. Einige bäuerliche Betriebe, Initiativen und wissenschaftliche Institute tun dies schon, alle auf ihre eigene Art. Verschiedene Höfe arbeiten zusammen und nutzen Maschinen gemeinsam, um Saatgut zu reinigen und aufzubereiten. Das sind zukunftsweisende Möglichkeiten, bäuerliche Alternativen zum industriebeherrschten Saatgutmarkt aufzubauen und Sortenvielfalt weiterzuentwickeln.
Wir setzen uns ein für Saatgut aus bäuerlicher Züchtung und aus Züchtung ohne Gentechnik, für eine große Vielfalt beim Anbau, für regionale handwerkliche Verarbeitung von Lebensmitteln und für lokal angepasste Sorten. Diese werden am besten durch Züchtung auf dem Feld weiter entwickelt. Das verleiht dem Brot und anderem Gebäck, den Nudeln und der Pizza einen ganz anderen Geschmack!

Wir fordern:

  • Beendet die öffentliche Förderung von Hybridweizenforschung!
  • Fördert bäuerliche Weizenzüchtung – für bäuerliche Saatgut-Souveränität!
  • Keine Gentechnik auf dem Acker oder im Backofen!

Jede Unterschrift hilft uns, die gesellschaftliche Diskussion voranzubringen und den Druck auf die Ministerien zu erhöhen. Wir werden den unterzeichneten Appell mit kreativen Aktionen unüberhörbar machen.