WHES-Demo 2026: Haltung zeigen!

Die „Wir haben es satt!“-Demo 2026

Grauer Himmel über Berlin, kalte Hände – und trotzdem: richtig gute Stimmung. Am 17. Januar waren wir mit vielen Tausenden bei der „Wir haben es satt!“-Demo auf der Straße. Bäuer:innen, Aktivist:innen, Verbraucher:innen, Stadt- und Landmenschen vereint durch das diesjähre Motto: „Haltung zeigen!“ Denn so wie die Politik gerade rückschrittlich und mutlos agiert, darf es nicht weitergehen.

Der Anlass hätte kaum passender sein können. Während zur Grünen Woche die internationale Agrarminister:innenkonferenz tagte, machten die Demonstrant:innen draußen deutlich, was viele bewegt und ärgert: fehlende Transparenz, ausgebremster Tierwohl-Umbau, steigende Preise, wachsender Druck auf Höfe – und politische Entscheidungen, die eher Konzerninteressen als einer zukunftsfähigen Landwirtschaft dienen. Agrar- und ernährungspolitische Rückschritte der Bundesregierung statt eine echte Agrarwende.

Die Agrarminister:innen tagten dieses Jahr zum Schwerpunktthema der Ressource Wasser. Es wurde betont, dass die Landwirtschaft ein zentraler Akteur bei der globalen Wasserpolitik ist. Zur Beantwortung der Frage, wie Landwirtschaft konkret zum Schutz unserer Wasserressourcen beitragen kann, braucht es jedoch weniger wohlklingende Abschlusserklärungen und mehr mutige Lösungen in der Praxis. Weidetiere können dabei Teil der Lösung sein – etwa in Auenlandschaften und wiedervernässten Mooren, wo deren extensive Beweidung Rückhalteraum für Wasser schafft, Böden schützt und Ökosysteme stabilisiert. Genau diese Zusammenhänge wollen wir mit unserer Arbeit sichtbar machen. Denn Wasser schützen heißt auch, Landwirtschaft anders zu gestalten.

Trotz des grauen Wetters und kleinerer Teilnehmerzahlen als in den vergangenen Jahren war die Demo wieder geprägt von witzig zugespitzten Protestschildern, bunten Kostümen und spürbarer Solidarität in Zeiten agrarpolitischen Rückschritts. Es tat gut zu sehen, wie viele Menschen sich nicht entmutigen lassen, sondern gemeinsam Haltung zeigen – und das auch von der Politik einfordern.

Wir bringen uns ein

Auch Aktion Agrar war mittendrin. Micha war in die Organisation der Trecker eingebunden, die dieses Jahr wieder ein starkes und sichtbares Zeichen bäuerlichen Protests auf die Straße brachten. Der Rest unseres Teams verteilte zusammen mit einigen Aktiven als Hühner und Möhren verkleidet ebenfalls fleißig unsere neuen Aktionshefte zur Weidehaltung unter die Demonstrierenden.

Beim an die Demo anschließenden Fest der Agrarwende in der warmen Heinrich-Böll Stiftung konnten sich die Demonstrierenden austauschen und vernetzen und in Workshops, Vorträgen und Filmen informieren. Auch Alisha von Aktion Agrar präsentierte in einem Kurzinput unser Projekt zum Auftakt des Internationalen Jahres der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP), in dem wir 2026 noch viele Aktionen vorhaben.

Auftakt auf der Schnippeldisko

Für uns hatte das Demo-Wochenende schon einen Tag vor der eigentlichen Demo begonnen – am Freitagabend auf der traditionellen Schnippeldisko. Diese hatten wir im Vorfeld mitorganisiert haben und waren auch vor Ort aktiv eingebunden. Hier schnippelten hunderte von Händen gemeinsam das von regionalen Bio-Höfen gespendete Gemüse und die politischen Aktionsküche „Fläming Kitchen“ kochte daraus eine leckere warmen Mahlzeit für den kalten Demo-Tag. Das alles mit Musik von Live-DJs und guter Laune. Denn die Schnippeldisko war auch wieder ein Ort für Begegnung, Austausch, Vorfreude und Tanz – genau das, was die „Wir haben es satt!“-Bewegung ausmacht.

Weiterführende Informationen

Informationen zur Demo:
https://www.wir-haben-es-satt.de/

Weitere bunte Bilder von der Demo findest du beim Flickr-Account vom „Wir haben es satt!“-Bündnis:
https://www.flickr.com/photos/80493129@N08/

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