20. November 2019 Kommentare sind deaktiviert Michael Krack
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Aus der Welt der Saatgutinitiativen – wir stellen vor!

Vom Zugang zu Saatgut bis zur Wertschöpfungskette besuchen wir in unserer neuen Reihe praxisbewährte und zukunftsweisende Saatgutinitiativen. Komm mit auf die Reise!

14. November 2019 Kommentare sind deaktiviert Michael Krack
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Crowdfunding für Aktionsheft 2020 gestartet

Mit dem Aktionsheft für die Agrarwende wollen wir auch im Jahr 2020 tausende Menschen erreichen. Helft mit, gemeinsam die Kosten zu decken!

29. Oktober 2019 Kommentare sind deaktiviert Michael Krack
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Mit der GAP-Reform in die Mitte der Gesellschaft

Keine Pauken und Trompeten für die EU-Agrarpolitik

Mehr als 1000 Menschen aus 15 europäischen Ländern haben anlässlich der aktuell debattierten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU vor dem Europäischen Parlament in Straßburg mit Kochlöffeln und Töpfen für gute Lebensmittel und die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft Alarm geschlagen. Mit Traktoren angereiste Bäuer*innen aus Deutschland und Frankreich, in Rauchschwaden gehüllte Imker*innen, Bäcker*innen und große und kleine Lebensmittel- und Umweltschutzengagierte haben zusammen eine starke Botschaft vermittelt: Wir kämpfen in breiten Bündnissen und gemeinsam für eine zukunftsfähige Agrarkultur!

Die Forderungen sind klar: Die Agrarwende muss endlich angepackt werden, bäuerliche Höfe müssen mit den verfügbaren Mitteln unterstützt und für ihr Engagement für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz wertschätzend entlohnt werden.

Die Stimmung war großartig, denn Bäuerinnen und Bauern liefen Schulter an Schulter mit der Zivilgesellschaft zum EU-Parlament, um dort den Abgeordneten mit einem bunten und lautstarken Protest ihre Forderungen zu verkünden. Die Redner*innen machten mit klaren Worten auf die Verbindungen von Landwirtschaft mit den Themen Biodiversität und Insektensterben, Tierwohl, Klima- und Naturschutz und die Folgen von Freihandelsabkommen für Bäuer*innen weltweit aufmerksam. Untermalt wurde die Versammlung von einer gemeinsamen symbolischen Choreographie, bei der das Aussterben von Bauernhöfen und Insekten durch eine engagierte und ambitionierte Agrarpolitik gestoppt wurde. Wir hoffen, dass diese Vorstellung Wirklichkeit wird!

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Von Straßburg in die Mitte der Gesellschaft

Das Miteinander der Menschen vor Ort ist eine Bestärkung für das Gefühl, dass die Landwirtschaft wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und neben den Produktionsweisen auch die Rahmenbedingungen für die Landwirt*innen immer häufiger diskutiert werden. Nachhaltige Landwirtschaft heißt Ernährungssouveränität mit regionalen und bäuerlichen Strukturen – nicht Weltmarktorientierung und übermächtige Agrarkonzerne.

Die Demo wurde initiiert von dem französischen Bündnis “Pour un autre PAC” (“Für eine andere GAP”) und dem Wir-haben-es-satt-Bündnis, zu dem auch Aktion Agrar gehört. Eingebettet war sie in den Aktionsmonat von #GoodFoodGoodFarming, zu dem in 22 europäischen Ländern über 190 Veranstaltungen stattgefunden haben und auf Postkarten Botschaften aus der Zivilbevölkerung an die EU-Abgeordneten gesammelt wurden. Diese haben wir an mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlaments übergeben.

Wie funktioniert die EU-Agrarpolitik?

Zeitgleich waren in Deutschland vielerorts tausende Bäuerinnen und Bauern gegen das neue Agrarpaket auf der Straße und machten Schlagzeilen. Sie protestierten zum einen gegen verstärkte Regulierungen durch Düngeverordnung, Insektenschutz- und Klimaschutzmaßnahmen. Zum anderen zeigen sie ihren Unmut darüber, dass die staatliche und gesellschaftliche Unterstützung bei der Umstellung auf nachhaltigere landwirtschaftliche Methoden für die Betriebe unzureichend ist.

Es wird befürchtet, dass das Agrarpaket das Höfesterben beschleunigt. Daneben machten sie auf den Widerspruch aufmerksam, dass Verbraucher*innenökologisch produzierte Lebensmitteln fordern und gleichzeitig zu günstigen Discount-Produkten greifen. Dahinter stehen Existenzängste, wie sie für Bäuerinnen und Bauern weltweit immer häufiger werden.

Welcher Weg führt aus der Krise und bringt die Akteure (wieder) zusammen?

Die Probleme sind aufgrund der Versäumnisse aus mehreren Jahrzehnten exportorientierter,  industriefreundlicher Agrarpolitik und ambitionsloser Klima- und Naturschutzpolitik vielfältig. Lösungen müssen auf mehreren Ebenen gefunden werden. Wichtig ist jedoch – und das zeigen die aktuellen Proteste ganz deutlich – Brücken zu schlagen zwischen den Erzeuger*innen und den Verbraucher*innen, zwischen den “Städter*innen” mit hohen ökologischen Qualitätsanforderungen und Landwirt*innen ohne ökonomische Perspektiven. Eine zukunftsfähige Landwirtschaftspolitik muss den Dialog suchen und nicht die Bäuerinnen und Bauern gegeneinander ausspielen. Dafür braucht es Foren und Austauschmöglichkeiten auf Augenhöhe und an vielen Orten. Jede und jeder kann mithelfen, dass sich die Bäuerinnen und Bauern in der entstandenen Bewegung mitgenommen fühlen.

Nehmt es selbst in die Hand und sorgt für ein Zusammenkommen: veranstaltet Veränderung!

Ein konkreter politischer Appell an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist die Einberufung einer Landwirtschaftskommission, um “klare und lösungsorientierte Rahmenbedingungen” zu schaffen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Brot für die Welt und Greenpeace fordern gemeinsam dazu auf, dass “Vertreterinnen und Vertreter aus der Landwirtschaft, von Seiten der Verbraucher, aus dem Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie aus der  Entwicklungspolitik, dem Einzelhandel, der Ernährungswirtschaft und den Ministerien” in den kommenden Monaten konkrete Maßnahmen entwickeln. Wir unterstützen diesen Aufruf. (Mehr dazu hier)


Wenn ihr selbst Veranstaltungen organisiert, Mitstreiter*innen sucht, von Veranstaltungen hört, die ihr gerne mit anderen Menschen teilen möchtet, Ideen oder Wünsche habt, was es jetzt zur Stärkung bäuerlicher Landwirtschaft braucht, dann schreibt uns eine Nachricht!

Fotos: Dorothee Parent/Pour une autre PAC; Michael Krack

1. Oktober 2019 Kommentare sind deaktiviert Michael Krack
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Gegen Patente auf Pflanzen und Tiere

EU-Parlament, Regierungen und Zivilgesellschaft fordern den Stopp von Patenten auf Pflanzen und Tiere
Das Bündnis Keine Patente auf Saatgut! übergibt 25.000 Stellungnahmen an das Europäische Patentamt

Heute, am 1. Oktober, endet die Frist für das Einreichen von Stellungnahmen an das Europäische Patentamt (EPA) gegen Patente auf Pflanzen und Tieren aus konventioneller Züchtung. An einer Sammelaktion haben sich rund 25.000 Einzelpersonen und 50 Organisationen beteiligt, darunter die Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam, die Dachverbände der europäischen Landwirte (COPA/COGECA und IFOAM), Aktion Agrar und viele andere. Auch das Europäische Parlament hat dazu jüngst eine Resolution veröffentlicht und einen Stopp derartiger Patente verlangt. Ähnliche Stellungnahmen sind u.a. auch von den zuständigen Stellen aus Deutschland, Portugal und Spanien eingegangen. Tatsächlich verbietet das Europäische Patentrecht die Patentierung von konventioneller Tier- und Pflanzenzucht. Jedoch hat das EPA immer wieder derartige Patente erteilt, darunter auf Brokkoli und Tomate, Braugerste und Salat. Sogar Fische gelten beim EPA als „Erfindung“, nur weil sie mit ausgewählten Pflanzen gefüttert werden. Das ist nicht hinnehmbar!

Keine Patente auf Saatgut! fordert deshalb, dass die Regeln zur Auslegung des bestehenden Patentrechtes geändert werden um die bestehenden Schlupflöcher zu schließen und die bestehenden Verbote wirksam zu machen. Falls eine veränderte Auslegung keine ausreichende Klarheit und Sicherheit bringt, müssen die Gesetze selbst entsprechend verändert werden. Keine Patente auf Saatgut! warnt davor, dass große Konzerne wie Bayer, DowDupont und Syngenta zunehmende Kontrolle über Landwirtschaft, Züchtung und Lebensmittelherstellung erhalten, falls Patente auf landwirtschaftlich genutzte Pflanzen und Tiere nicht gestoppt werden.

 

Mehr Informationen gibt es auf https://www.no-patents-on-seeds.org/

26. September 2019 Kommentare sind deaktiviert Michael Krack
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Aktiv für klimagerechte Landwirtschaft

Wir sind Teil der Klimabewegung und haben am 20. September mit über 1,4 Millionen Menschen gemeinsam für unsere Zukunft demonstriert! Wir sind im Anschluss zum Camp von Free the Soil gefahren und haben dort über Alternativen zu synthetischen Düngemitteln informiert und diskutiert.

Im Bericht gibt es deshalb diesmal auch Spannendes über ökologisches Nährstoffmanagement zum lesen!

22. August 2019 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Sommertipps

Dieser Spätsommer und Herbst haben es in sich!

Bevor wir im September richtig loslegen mit unserer neuen Kampagne und vielen neuen Aktionen, schlagen wir hier einige Termine vor, die für Schwung sorgen können bei der Agrarwende!

Vier Demos und Aktionen, die Dich interessieren könnten:

 

Demo in Dresden am 23.08

Demo in Erfurt am 28.09.

Demo zur GAP in Strassburg am 22.10.

Camp und Aktionen zu Landwirtschaft und Klimaschutz „Free the Soil“ vom 19.-25.09.

Und hier finden sich noch einige Fakten und Hintergründe – gute Motivation für eigene Aktionen und Demo-Teilnahmen:

Zum Bericht des Weltklimarates schreibt die Süddeutsche

Zu Klimafolgen in Europa

Bauernstimme zur Europäischen Agrarpolitik

Nabu zur Europäischen Agrarpolitik und dem Einfluss der Lobbygruppen

Bis bald!

 

 

 

 

 

Viele Bilder und Eindrücke

Wenige Tage nach der Fahrradtour entlang des Grünen Bandes gibt es nun einen Rückblick mit schönen Fotos und kurzen Texten.

Viel Vergnügen!

18. Juli 2019 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Aktion Agrar unterwegs

Auf Fahrrädern erkunden wir in Etappen von täglich zwischen 50 und 75 Kilometern den ländlichen Raum zwischen Lüneburg und Wolfenbüttel – insgesamt 330 Kilometer entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.

22 Menschen sind „on the road“ dabei und machen Halt an vielen interessanten Orten. Hinter uns liegen abwechslungsreiche Tage, gesprächsintensive Abende und die ersten fünf Nächte in einem Heuhotel, im politisch engagierten wendländischen Gasthof Meuchefitz und in mehreren gastfreundlichen Gemeindehäusern.

So erfuhren wir am Montag in Quickborn, wie ein kleinerer Schweinemastbetrieb dazu kam, sein ganzes Dorf mit Wärme einer Biogasanlage zu versorgen. Er produziert aus Mais, Gülle und Bioabfällen Wärme und Strom. Durch freundliche Kommunikation, faire Preise und großes Engagement überzeugte er die Nachbarn und konnte nach und nach immer mehr Häuser an sein Fernwärmenetz anschließen.

Eine beispielhafte Geschichte aus der Region, die bis heute Widerstand leistet gegen die Endlagerung von Atommüll im Gorlebener Salzstock. Ganz in dessen Nähe erzählten uns dann auch langjährige Aktivist*innen von der inzwischen 30jährigen Tradition des Gorlebener Gebets und von den vielen Initiativen, die sich dem Transport von 113 Castorbehältern entgegenstellten. Die Transportbehälter mit hochradioaktivem Atommüll warten heute in oberirdischen, beispielsweise gegen Flugzeugunfälle völlig ungeschützten „Kartoffelscheunen“ auf eine unmögliche Endlagerung. Aus der Anti-Atom-Bewegung entstand im Wendland eine bunte kulturelle Vielfalt und ein – weiterhin dünn besiedelter – Landkreis mit ganz besonderer Lebendigkeit.

Eine Schafbäuerin machte die Gruppe mit der Wollverarbeitung vertraut und der Schwierigkeit, die wertvolle Wolle auf den Markt zu bringen, weil beinahe alle Strukturen dafür über Jahre verschwunden waren.

Ein Demeter-Bauer nahm uns alle auf seinen Hänger und fuhr die ganze Gruppe mit dem Traktor zu seinen Gemüsefeldern. Er zeigte unterwegs, was das zweite Trockenjahr in Folge mit den Feldern macht und wie unberechenbar auch nach 30 Berufsjahren Kartoffelschädlinge sein können.

Immer wieder säumen die alten DDR-Wachtürme unseren Weg. Wir sprachen mit vielen Menschen über ihre Erinnerungen an die Grenze, machten einen Stop am Grenzmuseum bei Schnega und bewundern die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Grünen Bandes, des ehemals tödlichen Grenzstreifens, der in einer der letzte Amtshandlungen der letzten DDR-Regierung zum Naturschutzgebiet gemacht wurde.

Es ist toll, gemeinsam unterwegs zu sein! Bisher durften wir uns über freundliches Wetter und viel Rückenwind freuen. Intensive Gespräche und die Vorbereitung einer gemeinsamen Aktion zum Thema Saatgut gehören zu den bunten Tagen ebenso wie die Freude an der Bewegung und den Begegnungen mit engagierten Menschen in der Landwirtschaft.

5. Juli 2019 Kommentare sind deaktiviert Jutta Sundermann
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Rad.Land.Fluss – komm mit!

Unsere Radtour startet am 13. Juli 2019 in Lüneburg, weiter geht‘s sieben Tage lang durch die Heide, das Wendland, entlang der Elbe und über Wolfsburg nach Wolfenbüttel. Wir übernachten in einem Heuhotel, einem alternativen Tagungshaus und in mehreren Gemeindehäusern.

Gemeinsam mit unseren Partner*innen stellen wir drei Themen in den Mittelpunkt: Die Grenzöffnung vor 30 Jahren, die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft und die Energiewende.
Das Grüne Band erstreckt sich von Nord nach Süd an der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Diese Region hat viel erlebt – und konnte ihren Namen behalten, weil Natürschützer rechtzeitig aus dem ehemals brutal bewachten Grenzland einen wertvollen Rückzugsort für Tiere, Pflanzen und Naturliebhaber*innen machten.
Wir radeln durch das Wendland und bis zum Atommüllschacht in der Asse bei Wolfenbüttel. Beide Orte stehen für langjährige erbitterte Auseinandersetzungen um die künftige Energieversorgung. Für Mut und Kreativität, „Nein“ zu sagen zu einer Risikotechnologie, die nicht nur bei den bekanntesten Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima viele Opfer forderte, und Alternativen voran zu bringen.
Außerdem haben wir mehrere Begegnungen organisiert mit biologisch und konventionell wirtschaftenden Landwirt*innen. Wir kommen ins Gespräch über Direktvermarktung, Biogasanlagen, Saatgut und Auswege aus dem Höfesterben.

Bist Du dabei? Noch sind wenige Plätze frei:
https://www.aktion-agrar.de/anmeldung-aktionsradtour-saatgut/

Aktion Agrar organisiert die Tour zusammen mit der Evangelischen Jugend auf dem Lande und dem Arbeitskreis Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Artenvielfalt retten
8. Mai 2019 Kommentare sind deaktiviert Jasmin Breemann
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Bienenglück in Brandenburg

Das Volksbegehren in Bayern hat Mut gemacht. Sogar so viel, dass in Brandenburg eine Volksinitiative mit einem ähnlichen Vorhaben gestartet ist. Auch hier geht es um Artenvielfalt und die Landwirtschaft. Das bayrische Volksbegehren, das 1,7 Millionen Menschen mobilisiert hat, zeigte, dass auch eine zunächst ablehnende Landesregierung einen Gesetzesvorschlag komplett übernehmen kann, wenn die Dynamik groß genug ist.

Nun helfen auch wir mit und unterstützen die Brandenburger Volksinitiative, damit sich für die Insekten, Vögel und Bauernhöfe etwas zum Positiven ändert.

Also alle Brandenburger*innen: Aufgepasst! Ihr könnt vor Ort direkt aktiv werden. Wie das am effektivsten geht, erfährst du auf der Website der Volksinitiative. Und alle Nicht-Brandenburger*innen: Wir würden uns sehr freuen, wenn auch in anderen Bundesländern so viel Engagement auftreten würde und einige Länder nachziehen.

Wir halten Euch gerne auf dem Laufenden – und wünschen den Aktiven in Brandenburg viel Energie und viel Erfolg!