Die Landwirtschaft der Zukunft!?

Wenn wir bei Freihandelsabkommen das Essen wie eine normale Ware behandeln, sind zukünftige Hungerkrisen vorprogrammiert,“ prophezeit der Regisseur Valentin Thurn, der zuletzt den Dokumentarfilm „Taste the Waste“ gedreht hat. In seinem neuen Film macht er sich Gedanken darüber, wie die 10 Milliarden Menschen, die voraussichtlich 2050 auf diesem Planeten leben werden, satt werden können.Gedreht wurde unter Anderem in der „Transition Town“ Totness, in Japan in einem Gewächshochhaus, in einem Versuchslabor für gentechnisch veränderte Lachse und in einer Hühnchenfabrik in Indien. 

In der BRD ist es der industrienahe Deutsche Bauernverband, der nicht müde wird, auf massive Produktions-steigerungen und Export-Orientierung zu pochen – aber die globale Ernährungsfrage lässt sich damit nicht lösen. Im Gegenteil: riesige Agrarfabriken beschleunigen das Höfesterben weltweit, Gentechnik macht Bäuerinnen und Bauern abhängig von Saatgutriesen und Megaställe bedeuten Tierqual, Klimawandel, verhängnisvolle Futtermittelimporte und vieles mehr.

Dagegen wehren sich seit vielen Jahren Organisationen wie „Reclaim the fields“ und die die Nyeleni-Bewegung die für Ernährungssouveränität eintreten um das Recht, selbst über das eigene Essen, das Nahrungsmittelsystem und auch die Landwirtschaft zu bestimmen – es bedeutet Unabhängigkeit.
Der Weltagrarbericht und auch die Macher von „10 Milliarden“ kommen zu dem selben Ergebnis: kleinbäuerliche Landwirtschaft kann auch die Menschheit von morgen ernähren. Denn eigentlich sind auch heute schon genug Nahrungsmittel vorhanden – sie sind nur schlecht verteilt. Deshalb geht es nicht nur um eine Produktivitätssteigerung auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit und zu Lasten der Umwelt. Sondern darum, dass Menschen Zugang zu regional produzierten Lebensmitteln haben, zu Land und zu Wasser.

Handelsabkommen wie das zwischen EU und USA (TTIP) oder das zwischen EU und Kanada (CETA) verschärfen die Verdrängung bäuerlicher Landwirtschaft und machen am Ende mehr Hunger statt weniger. Zum Glück sagen immer mehr Menschen:Ich bin ein Handelshemmnis, weil ich gegen Gentechnik und Tierfabriken streite. Ich will eine andere Landwirtschaft!“
Heute ist der Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes. Er erinnert an den Tag 1996, an dem die Demonstration der Landarbeiter*innen ohne Boden durch die brasilianische Militärpolizei brutal zerschlagen wurde. Damals und auch heute gehen Menschen gegen die Macht der Transnationalen Konzerne und Freihandelsabkommen auf die Straße. Trage Deinen Teil dazu bei, diese Bewegung zu stärken und helfe jetzt mit, die Abkommen TTIP und CETA zu stoppen!

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Karen Schewina
Karen Schewina

Gärtnert gerne urban und findet alles mit Sahne besser als ohne Sahne.

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